Willkommen!

Hervorgehoben

“Never complain and never explain.” – Benjamin Disraeli

In diesem Blog wollen wir uns mit zwei sehr interessanten Themen beschäftigen: Judo und Karate. Wir werden unsere Standpunkte und Ideen dazu darlegen und über unser Training berichten.

Wir? Wer ist denn „wir“ …?

Tom Herold: seit 40 Jahren aktiver Judoka, unangepaßt, spöttisch, sarkastisch, Diplom-Pädagoge

Ralf Schepers: für 20 Jahren aktiver Karateka, seit 3 Jahren in den traditionellen, nordchinesischen Kampfkünsten zu Hause. Offen, lustig, verspielt, Facharzt für Innere Medizin

We are martial artists (thanks to Jesse Enkamp):

http://www.karatebyjesse.com/why-im-a-martial-artist-video/

Trainingsmotivation

Ich denke seit einiger Zeit oft darüber nach, warum viele Kampfsportler so intensiv trainieren …
Was motiviert sie?

Ich selbst steige nun nach meiner OP langsam wieder ins Randori ein, und das ist hart, das ist anstrengend, das ist frustrierend, manchmal sogar deprimierend, denn etliche Bewegungsabläufe sind während der Rekonvaleszenz regelrecht eingerostet. Sie müssen in geduldiger, zäher Arbeit mit einem neuen Feinschliff versehen werden.

Im Randori gibt es keine Ausreden.
Entweder man kann den Gegner werfen oder man kann es nicht.
Erfahrung hilft dabei, wieder auf den vorherigen Stand des Könnens zurückzukehren und dann allmählich besser zu werden. Das aber bedeutet, daß vor allem die Feinmotorik eingeübt werden muß; ganz so, als würde man von vorn beginnen.
In gewisser Weise ist es ja auch so. Es ist ein zähes Ringen um jeden Millimeter. Es geht nur sehr langsam voran, und das ist beinahe schon bedrückend.

Warum tue ich mir das an?

Die Antwort auf diese Frage hat viel mit der ursprünglichen Motivation zu tun, die mich schon als Kind antrieb.
Nein, ich rede nicht (nur) davon, daß ich kämpfen können, mich verteidigen können wollte.
Ich meine eine viel ursprünglichere, noch sehr viel stärkere Motivation: FREUDE.
Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber auch nach nunmehr 44 Jahren des Trainings empfinde ich eine große, reine, ungetrübte FREUDE, sobald ich einen Fuß auf die Matte setze.

Ich habe in den vergangenen Monaten verstanden, daß diese Freude der eigentliche, der wahre Grund ist, warum ich das Training trotz aller Widrigkeiten niemals aufgegeben habe. Ich habe auch in Augenblicken tiefster Verzweiflung niemals ernsthaft erwogen, die Matte für immer zu verlassen.
Denn nichts, gar nichts auf dieser Welt hätte mir diese reine, tiefe, kristallklare FREUDE bescheren können, die mir das Judotraining gewährt.

Dieses Gefühl hat nichts mit Wettkampferfolgen zu tun, es ist auch nicht abhängig davon, welchen bunten oder schwarzen Gürtel man zuerkannt bekommt.
Es ist viel mehr als das.
Wettkampferfolge vergehen und werden zur bloßen Erinnerung, wenn die Jugend vergeht, wenn man älter wird und die Gesundheit nicht mehr so unverwüstlich ist, wie sie immer schien.
Gürtel sind dazu da, den Anfänger zu motivieren – irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem sie und das damit verbundene Prestige unwichtig werden.

Was bleibt, ist die FREUDE.
Dieses unvergleichliche, einzigartige Gefühl, das sich zuverlässig schon auf der Fahrt zum Training einstellt. Dieses Gefühl, wenn man die Matte betritt, die Trainingskameraden begrüßt, jene spannungsgeladene und dennoch fröhliche Atmosphäre wahrnimmt, die man nirgendwo sonst findet.

FREUDE …
Das ist der Moment, in dem man endlich verstanden hat, wie eine bestimmte Technik funktioniert. Es ist der Moment, in dem man tief in sich die Gewißheit verspürt, daß sich all das schweißtreibende, auslaugende Drillen gelohnt hat. Es ist aber auch der Moment, in dem man sich der nächsten Etappe, dem nächsten Ziel zuwendet. Freude… das ist die überwältigende Erkenntnis, daß das Judo niemals endet, daß es immer und immer wieder etwas Neues zu entdecken, zu verstehen, daß es noch mehr und immer noch mehr zu lernen gibt.

FREUDE …
Das ist der Augenblick, in dem man im Randori glasklar erkennt, gleichsam erfühlt, wie und wohin man sich zu bewegen hat. Es ist der AUgenblick, in dem alles wie von selbst geschieht. Es ist der Augenblick, den man nicht erzwingen kann.
Es ist die Stille am Ende des Trainings, die tiefe Zufriedenheit, die der Zwilling der Erschöpfung ist.

FREUDE …
Das ist die Gewißheit, all das schon morgen wieder erleben zu dürfen. Morgen und übermorgen und auch am Tag danach …
Dieses Gefühl steht am Anfang des Weges zu uns selbst. Es ist ein Weg, der lang und steinig und steil ist, auf dem man sich verirren kann und schon oft verirrt hat. Es ist jener Weg, den man nur allein gehen kann. Es ist der Weg, der mühseliger und anstrengender ist als alle anderen.
Dennoch geht man ihn weiter, immer weiter und weiter, denn jeder Schritt, und sei er noch so mühsam, noch so klein, noch so langsam, ist ein Schritt vorwärts, ein Schritt hin zu jener tiefen Freude, die mit Worten zu beschreiben unmöglich ist.

Was macht es da schon, daß es immer Menschen geben wird, denen unsere Schritte zu klein, unser Tempo zu gering, unser Weg der falsche zu sein scheint?

25. Judokai der Kodôkan Jûdô Kidôkai: Würfe und Takedowns für BJJ, Grappling und Judo

Termin: Samstag, 26. November / Sonntag, 27. November 2016

Lehrgangsort: Neue Mehrzweckhalle, Quieraustraße 7, 96529 Frankenblick, OT Mengersgereuth-Hämmern

Referent: Tom Kohlrausch 8.Dan Judo

Trainingszeiten: Samstag, 26.11.2016 11:00 -18.00 Uhr (1 Stunde Mittagspause einschließlich Mittags-Imbiss)
Sonntag, 27.11.2016 von 9:30 bis 13:00 Uhr

LG-Gebühr: 60,- Euro nur Samstag; 80€ Samstag + Sonntag (Mineralwasser sowie Mittagessen am Samstag / Frühstück am Sonntag sind inklusive)

Übernachtungen sind in der Nacht von Samstag zu Sonntag in der Mehrzweckhalle kostenlos möglich (Schlafsack/Isomatte) oder anfragen unter: http://www.thueringen.info/hotel-muehlbergblick.html (ca. 0,5km entfernt)

Die Teilnehmerzahl ist auf fünfundzwanzig begrenzt. Die Plätze werden in der Reihenfolge der Anmeldung vergeben.

Seminarinhalte:

Gripfight Gi / Nogi: dominante Faßarten

Transition (Schrittarbeit / Platzwechsel): Stören des gegnerischen Guard-Pullings, Verhindern des gegnerischen Backtake

Positioning für Fußwürfe (Sweeps), für Hüftwürfe mit Underhook und für Selbstfall-Würfe

Wurf-Combos

Konterwürfe

Meldungen an Mike Scharlipp: judo-blog-thueringen [at] sonkop [dot] net oder +49 177 4468488
Anmeldungen können auch jetzt schon vorgenommen werden unter judo [at] sonkop [dot] net

Wofür trainieren?

In letzter Zeit habe ich mich, angeregt durch mehrere Diskussionen in meinem Umfeld, wieder mehr damit beschäftigt WARUM man eine Kampfkunst trainieren kann und auch WIE diese Entscheidung zu unterschiedlichen TrainingsZIELSETZUNGEN und TrainingsMETHODEN führt. 

Eine grobe Einteilung lässt sich zwischen den KK schon sehr lange feststellen: Mit und Ohne Wettkampf. Immer wieder wird man auf, teils erbittert geführte, Diskussionen bzgl. der Sinnhaftigkeit des Wettkampfes stoßen, wobei ich denke dass es eigentlich keinen Grund für diese „Unvereinbarkeit“ geben sollte.

Alles steht und fällt mit der Zielsetzungen mit der man eine Kampfkunst / einen Kampfsport (ich kürze beides ab jetzt „KK“ ab) ausübt. Das Ziel definiert die Methode!!!

Der fundamentale Unterschied zwischen Wettkampf und „Realität“ besteht, zumindest früher als die KK entstanden, darin dass ich im Wettkampf meinen Gegenüber nicht töten will und nicht fürchten muss getötet zu werden. Schauen wir uns an was dieser Unterschied im Gehirn bewirkt:

In meinem Beitrag über das „Gehirn und die Bilder“ habe ich über „Fight, Flight, Freeze“ geschrieben. Diese „Modi“ haben auch etwas damit zu tun wie unser OFC eine Situation beurteilt. Sehe ich etwas als Herausforderung an bewirkt das einen anderen Aktivierungsgrad als wenn ich etwas als Überforderung oder Hilflosigkeit erlebe. Der entscheidende Unterschied in den aktivierten Hirnarealen besteht also in „Herausforderung, Hilflosigkeit und Überforderung (die letztendlich aus der Hilflosigkeit, für die man keinen Kompensationsmechanismus findet, entsteht)“.

Noch einmal: Herausforderung, Hilflosigkeit und, wenn kein Ausweg aus der Hilflosigkeit, Überforderung, die zu Angst und Panik führt!!!

Schauen wir uns jetzt eine klassische Situation aus dem Wettkampf an (z. B. Klitschko vs. Fury):

Jeder dieser beiden Ausnahmeathleten hat hart trainiert, ist topfit, hat sich intensiv mit seinem Gegner auseinander gesetzt und ist der Meinung den Kampf gewinnen zu können. Beides sind Alpha-Männchen und der Wettkampf dient dazu dem anderen zu zeigen dass man das größere Alpha-Männchen ist. Der Einsatz ist nicht das Leben, sondern ein überschaubarer Teil der Gesundheit und (nicht zu unterschätzen) der soziale Status (Geld, Ansehen etc.). Ein solcher Kampf entsteht nicht plötzlich, sondern beide haben Zeit sich vorzubereiten. Der Raum ist bekannt, die Regeln sind bekannt, der Zeitpunkt ist bekannt.

Beide Kontrahenten gehen also im „Herausforderungsmodus“ in diesen Kampf. Ab da gibt es mehrere Möglichkeiten. Entweder beide sehen den Kampf bis zum Ende als Herausforderung an und meinen gewinnen zu können oder der Eine wird derart von dem Anderen überrascht (z.B. durch einen „Stahljab“) das er zunächst in eine Hilflosigkeit gerät. Wenn er eine Lösung dafür findet / finden kann, dann wird daraus wieder eine Herausforderung. Wenn er keine Lösung findet und die Schmerzen, die Erschöpfung mehr werden, dann springt die Überforderung an und der Kampf ist so gut wie verloren, denn der OFC wird immer mehr die Kontrolle verlieren und man ist den tieferen Hirnarealen „ausgeliefert“ (wenn man das nicht anders trainiert hat, dazu später mehr).

Ein Wettkämpfer wird also immer versuchen im Herausforderungsmodus zu sein, bzw. so schnell wie möglich dort wieder hin zu kommen, denn nur dort bleibt man im planerischen Denken handlungsfähig.

Gucken wir jetzt auf die „Realität“, und da nehme ich jetzt bewusst eine Situation aus dem historischen Kontext der KK:

Ein Karawanenbegleitdienst auf einem einsamen Weg irgendwo in der chinesischen Provinz. Obwohl man den Weg kennt und weiß wo ein Hinterhalt geeignet ist und obwohl man den hiesigen Warlord bestochen hat weiß man nie OB und WANN ein Angriff erfolgen wird. Man weiß genau dass die Leute, die so etwas tun werden, kein Interesse daran haben einen am Leben zu lassen. Ein Leben ist eh nichts wert. Das Gehirn ist permanent in einem Modus der latenten Hilflosigkeit, aber das Training hat es immerhin hinbekommen dass man diese Angst (Hilflosigkeit) in eine Herausforderung umwandeln kann. Man hat gelernt der Angst mit dem Herausforderungsmodus zu begegnen.

Alleine diese Verknüpfung ist ein großer Unterschied zu dem was man im Wettkampf lernt! Die Herausforderung im Wettkampf findet im OFC statt, dort entscheiden wir uns BEWUSST für die Annahme des Kampfes. In der (damaligen) Realität kann man sich nicht FÜR oder GEGEN einen Kampf entscheiden, das entscheiden Andere. Die Verknüpfung im Gehirn unseres Söldners findet also auf der „Emotionsebene“ statt. Er hat Angst, kann ihr aber nicht ausweichen, während der Wettkämpfer ein kalkulierbares Risiko für seine Gesundheit und seinen sozialen Status eingeht und somit nur wenig Angst haben muss (hätte er mehr würde er nicht kämpfen).

Bei dem Söldner geht es also um ALLES, sein komplettes Leben, daraus resultiert seine Angst. Durch sein Training hat er alles getan um der potentiellen Gefahr des Todes entgehen zu können. Er WEISS wie er mit einem Speer, einem Säbel und seinen Fäusten umgehen kann, wie er damit einer LETALEN Bedrohung begegnet und wie er selber damit TÖTEN kann. Dieses Wissen um seine eigene Wehrhaftigkeit im Angesicht des Todes macht aus der Angst vor dem Angriff eine Herausforderung zu ÜBERLEBEN.

Sein Training macht es ihm möglich eine Todesangst in eine Herausforderung zum Überleben umzuwandeln!

Was passiert in der chinesischen Provinz weiter? Der Söldner hat Pech. Die Karawane wird PLÖTZLICH überfallen. Er hat keinen Einfluss auf Ort und Zeit, Regeln gibt es nicht. Im Moment des ÜBERFALLS schießt seine Angst unter die Decke (plötzlich ist der Tiger da, um bei dem Bild aus „Das Gehirn und die Bilder zu bleiben). Durch das Training sieht er diesen Moment als MAXIMALE Herausforderung an. Wenn es gut geht wird er kämpfen und überleben und mit jedem toten, bzw. verletzten Gegner wird dieser Kampf zu einer stärkeren Herausforderung, er wird sicherer das zu Überleben. Enden tut das Ganze dann wenn es keinen Gegner mehr gibt oder er an jemanden gerät der stärker / besser ist und ihn tötet.

Je mehr erfolgreiche Einsätze und Kämpfe unser Söldner hatte, desto sicherer wird aus der Angst eine Herausforderung und keine Überforderung, aber was könnte auch im Moment des Überfalls passieren?

Der Söldner stellt fest dass es eine Übermacht ist oder dass sie besser bewaffnet sind etc. Er verliert den Glauben an sich, die Angst wird größer er rutscht in den Flight-Modus, kann aber nicht fliehen. An Kampf ist nicht mehr zu denken. Mit Glück kann er darauf hoffen durch „Freeze“ gefangen genommen zu werden und zu überleben, mit Pech ist er einfach tot.

Schauen wir also zunächst auf die UNTERSCHIEDE zwischen Wettkampf und „Realität“:

Wettkampf

Ort, Zeit, Regeln bekannt

Einsatz ist der soziale Status

Angst spielt eine untergeordnete Rolle

Risiken kalkulierbar

Unbewaffnet

Ziel ist der Sieg über den Anderen

Unbewaffnetes Training als Ziel

 

„Realität“

Ort, Zeit unbekannt, keine Regeln

Einsatz ist das Leben

Angst spielt eine zentrale Rolle

Risiken unkalkulierbar

Bewaffnet

Ziel ist der Tod des Anderen

Unbewaffnetes Training als Grundlage zum Umgang mit Waffen

 

Jetzt ein Blick auf die GEMEINSAMKEITEN:

– Training des Körpers

– Der Wille zu gewinnen, den Anderen zu dominieren

– Auseinandersetzung mit Gewalt

– Harte Arbeit an sich selbst / Auseinandersetzung mit sich Selbst

– Fertigwerden mit Niederlagen

– Grenzen gezeigt bekommen

– Umgang mit Schmerzen

– Disziplin

– Achten / pflegen des Körpers

– Ein Umfeld das o.g. Punkte teilt

– Selbstachtung

Man sieht dass die Gemeinsamkeiten der Beiden bei weitem überwiegen, daher kann es auch kein „entweder oder“ geben!

Der, für mich, entscheidende Punkt ist jetzt das Ziel des Trainings und da muss jeder ehrlich zu sich selber sein. WARUM will ich persönlich eine Kampfkunst lernen. Was ist mein persönliches Ziel? Was bin ich bereit dafür an Zeit und Aufwand zu investieren?

Die Kampfkünste sind in einer Zeit entstanden als das Training für die „Realität“ überlebensnotwendig war. So ein Training veränderte die Persönlichkeit! Es verändert den Umgang mit Ängsten, mit Gewalt und die Sicht darauf. Es erfordert viel Zeit und Ausdauer.

Heutzutage sind wir nicht mehr den Gefahren der damaligen Zeit ausgesetzt. Leute, die heute KK üben, tun dies nicht um zu überleben! Die Meisten wollen einen (oder mehrere) der oben genannten gemeinsamen Punkte trainieren, es geht nicht ums töten .

Wenn ich mich also nur für die gemeinsamen Punkte interessiere, dann brauche ich den Wettkampf, denn er bringt Motivation, Überprüfung der Fähigkeiten, ein Ziel zum hintrainieren, hält das Team zusammen etc. 

Wenn ich mich jedoch für eine authentische KK der damaligen Zeit interessiere, dann kann der Wettkampf hinderlich sein, solange ich mich nicht sehr, sehr bewusst in dieses Umfeld begebe. Warum? Weil der Wettkampf durch seine Regeln andere Verhaltensweisen und Techniken erlaubt die im Kampf auf Leben und Tod, mit Waffen, nicht möglich sind: 

– Der Gabelgriff im Ellbogen ist im Wettkampf „tödlich“ für den Daumen, in der Realität wäre ein Griff ohne Gabel tödlich für den Übenden, da nur so eine Waffe kontrolliert werden kann

– Ein Underhook, bei dem ich den Nacken bekomme, ist im Wettkampf nicht schlimm, in der Realität wäre man bewaffnet dann tot.

– Ein Schlag gegen die Kinnspitze ist ärgerlich, aber nicht tödlich. Ein Stich unter die Kinnspitze ist tödlich

– Fehlende Kontrolle des Waffenarms in einem „Eingang“ kann den Tod bedeuten, im Wettkampf ist es nicht schlimm, evtl. funktioniert es nicht

Diese Liste ließe sich noch endlos fortsetzen und soll auch nur der Verdeutlichung dienen wo die Unterschiede in bestimmten Techniken liegen.

Im Wettkampf muss man sich über bestimmte Dinge keine Gedanken machen und kann somit ein komplett anderes „Spiel“ entwickeln bzw. bestimmte Dinge komplett anders zum funktionieren bringen. Solange man bewusst unterscheiden kann was man wofür trainiert, solange ist ein Wettkampf nicht schlecht, zumal die Zielsetzung eben nicht ist in einem Kampf auf Leben und Tod zu überleben oder eine bewaffnete Auseinandersetzung zu führen!

Auseinandersetzungen finden heutzutage für die allermeisten Menschen unbewaffnet statt und sind eher „Schlägereien“. Für diese Szenarien ist man mit dem Training für den Wettkampf sehr gut vorbereitet, denn oft ist dies auch eine gewalttätige Situation in der es um sozialen Status und Anerkennung geht. Es sind Alpha-Männchen-Spiele, bei denen ich nur vorher den Ort und die Zeit nicht kenne.

Die Aktivierung im Gehirn bleibt dabei die „normale“ aus dem OFC heraus und berücksichtigt nicht das was Rory Miller als „predatory violence“ bezeichnet: Die überfallartige Gewalt mit der Zielsetzung den Anderen zu töten, verletzen, entführen, vergewaltigen etc..

Alte KK kannten nur diese Art der Gewalt und wurden dafür entwickelt.

Aus den unbewaffneten Trainingsmethoden für diese Art der Gewalt entwickelte sich der sportliche Vergleich und dort wurden die Bewegungen und Techniken den jeweiligen Regeln und Gegebenheiten angepasst und entwickelten sich dort weiter. DAS ist die Wurzel und wichtigste Gemeinsamkeit, denn ein gutes Wettkampftraining befähigt den Menschen u.U. auch unter „predatory violence“ in den „Herausforderungsmodus“ zu gehen, da sein Körper und Geist trainiert sind mit Gewalt umzugehen und sie auszuüben!!! 

Einen Lehrer und eine Schule zu finden die WIRKLICH noch eine alte KK lehren und wissen wie man die Leute psychisch auf einen solchen Kampf vorbereitet ist extrem schwierig. Der Umgang mit Waffen ist dafür wichtig, der Umgang mit der Vorstellungskraft ist essentiell und man muss die Anwendungen mit und ohne Waffen kennen und können um es zu trainieren, vor allem im freien Modus! 

Der „Preis“ den eine alte KK fordert, wenn man sie wirklich ernsthaft lernen will, ist die Veränderung der Persönlichkeit, denn die Trainingsmethoden haben genau das als Ziel. Es geht immer um Gewalt, Tod und Angst, aber wo diese drei sind ist auch immer ihr Gegenpol: Liebe, Leben und Freude… 

Mir persönlich ist es wichtig darauf hinzuweisen dass Wettkampf und „alte“ KK mehr gemeinsam haben als man denken mag und die Unterschiede eher gering sind! Bei allem Pro und Kontra darf man nie vergessen dass man immer die richtige Methode für das eigene Ziel haben muss. Dafür muss man zuerst das eigene Ziel kennen und dann die richtige Methode lernen. Wenn ich ein guter Wettkämpfer werden will brauche ich einen guten Trainer und ein gutes Team. Wenn ich einen gesunden Körper will, dann brauche ich einen Trainer der Ahnung von funktionalem Training hat.

Wenn ich eine „alte KK“ lernen will, dann brauche ich, vor allem in der heutigen Zeit, eine ungebrochene, authentische, Linie.

Von Farmern und Jägern…

Zum Verständnis des menschlichen Verhaltens muss man sich darüber klar werden dass nicht alle Gehirne gleich sind. Egal ob durch Erziehung, erworbene Traumata und/oder durch genetische Voraussetzungen, jedes Gehirn entwickelt sich permanent weiter und wird so einzigartig.
Bestimmte Rezeptoren und Transmitter im Gehirn sind genetisch festgelegt, bzw. das Verhältnis von ihnen. Dadurch werden bestimmte Gehirnareale besser vernetzt als andere und bestimmte Areale wachsen mehr als andere (was u.a. eine Folge dieser Vernetzung ist). Die Auswirkungen dieser unterschiedlichen „Voraussetzungen“ im Verhalten kann sehr unterschiedlich sein.
Es gibt mittlerweile verschiedene Erklärungsmodelle in den verschiedensten Disziplinen, z.B. Sensation Seeker, Hunter/Farmer, „Psychopath inside“, Wolf/Schaf, oder, in der Beratung, in den Kommunikations- und „Change-Modellen“ den „Bewahrern“, „Kreativen“, „Aktiven“, „Emotionalen“ etc… . Wie man mit dieser Verteilung lebt, damit beschäftigen sich alle Kulturen schon lange und haben, je nach Kontext, unterschiedliche Lösungsansätze gefunden.

Für mich persönlich (und auch wenn ich therapeutisch arbeite) ist der Ansatz von Thom Hartmann am besten zu vermitteln, daher verwende ich ihn jetzt mal hier.
Er geht bei seinem Erklärungsansatz davon aus dass es Farmer und Jäger „Persönlichkeiten“ gibt. Die Verteilung entspricht einer Gauß’schen Normalverteilung, so dass die meisten Menschen eine recht ausgeglichene Mischung dieser Anteile besitzen. Es gibt aber auch eben die Extreme, die Extremfarmer und Extremjäger. Je mehr man sich auf der „Jägerseite“ befindet, desto mehr wird man unter anderem eine gewisse „Gewaltaffinität“ besitzen, was etwas mit dem ursprünglichen Zweck dieser Eigenschaft zu tun hat. Diese Leute waren die, die Spuren suchten, das Wild aufstöberten (Reizoffenheit) und dann diesem nachstellten (Fokussiertheit) um es dann effektiv zu töten (Gewaltanwendung). Nach der Jagd mussten sie sich ausruhen um für die nächste Jagd wieder „frisch“ zu sein.
Andere Menschen werden eher eine Neigung zu planerischen Vorgehen haben. Die sorgten dafür das man seine Aufenthalt dort plante wo zu einer gewissen Jahreszeit mit Wild zu rechnen war, oder kümmerten sich um den Anbau von Getreide, backten Brot, planten den Hausbau etc. Beide Anteile sind extrem wichtig und wertvoll und es hat sich gezeigt das immer dort, wo sich zwei „Extreme“ zusammengetan haben, sehr produktive Ergebnisse bei rauskommen. Auch heute nutzt man dies in verschiedenen Beratungssituationen aus.

Wenn wir uns jetzt wieder dem Thema Gewalt annähern, dann war es so das die „Jäger“ mit Ihren Eigenschaften eher prädestiniert waren auch als Krieger tätig zu werden, während die Farmer eher andere Aufgaben (Planung von Taktik, Befestigungen etc.) hatten.
Wie sich diese Anteile bei den Menschen heutzutage ausprägt kommt immer auf den Kontext an in dem man groß wird und welcher Anteil gesellschaftlich gefördert wird. In der „heilen Mittelstandsfamilie“ wird mit Sicherheit der Farmeranteil gefördert werden, ebenso ist unser Schulsystem hier in Mitteleuropa von Farmern für Farmer gemacht, so dass es für ein Kind sehr nützlich ist wenn es lernt seinen Farmeranteil zu nutzen. Wenn man jetzt jedoch z.B. ein Kind hat, das von „Natur aus“ einen hohen „Jägeranteil“ mitbringt und von den Eltern nicht gezeigt bekommt wie es diesen nutzen kann und mit seinen Farmeranteilen in Einklang bringt, bzw. wo die Gefahren des „Jägerseins“ heutzutage liegt, dann kann es kritisch werden.
Solche Kinder/Erwachsene werden gerne „Sensation Seeker“ genannt, Leute die immer einen gewissen „Kick“ brauchen und eher wild und extrovertiert sind. Heute weiß man dass diese Leute u. a. sehr gefährdet für Süchte aller Art sind, da es Ihnen entweder einen Kick verschafft und/oder es Ihnen hilft sich wieder zu beruhigen. Durch die genetischen Voraussetzungen im Gehirn erleben Jäger das nämlich dtl. anders als Farmer.
Wie die Entwicklung eines Menschen abläuft hängt auch immer von dem Kontext ab in dem er lebt und davon wie viele Persönlichkeitsanteile in sich er sich nutzbar macht, bzw. er bewußt/willentlich einsetzen kann, bzw. eben auch mal nicht einsetzt.

Formen und Kata

Ich schreib jetzt einfach einmal meine Gedanken zum jetzigen Zeitpunkt zu der ganzen „Formensache“ bzw. Kata auf. Das ist meine ganz persönliche Meinung zum jetzigen Zeitpunkt und mag in ein paar Jahren wieder ganz anders aussehen…

Ich denke ein fundamentaler Teil in den KK liegt in der Art und Weise wie gelehrt wird. Auf der einen Seite gibt es das stupide Kopieren von Bewegungen und Einschleifen durch stumpfe Repetition. Das ist die absolute Grundschule, die Basis auf der alles spätere aufbauen kann. Man lernt eine Bewegung und eine Anwendung zu dieser Bewegung (Schlag, Wurf, Schnitt, Stoß etc.) und wiederholt sie so lange alleine und am Partner bis man sie im Schlaf kann. Das ist die Essenz einer jeden militärischen Grundausbildung, denn neben den Bewegungen lernt man Disziplin und bekommt Kondition/Kraft.
Je nachdem in welcher Form und Reihenfolge man diese Bewegungen alleine übt bekommt man halt unterschiedliche „Formen“ (Auf einer Linie, mit Drehungen etc.). Das war es was man im Militär beigebracht bekommen hat. Diese Stufe kann man getrost mit der „Grundschule und Gymnasium“ vergleichen. Man hat „Frontalunterricht“ und lernt auswendig.

Als nächstes kommt das Erkennen von Gesetzmäßigkeiten in den Bewegungen. Das kann man jetzt „Kräfte“ nennen, oder „Energie“, oder was auch immer. Man muss die zu Grunde liegenden Prinzipien lernen und STUDIEREN und hier kommt jetzt der entscheidende Schritt: Man muss aufhören Wissen zu konsumieren sondern selber „Forschen“. Der Lehrer zeigt einem die grundlegenden Regeln und gibt einem die Übungen um diese zu verstehen, ab da muss man selber ausprobieren wie man sie anwendet und seine Ergebnisse vom Lehrer überprüfen lassen.
Hat man etwas für sich entdeckt überprüft man es in den Bewegungen und Anwendungen der „Grundschule“ und bringt diese so immer auf ein höheres Level. Die ursprüngliche Anwendung/Bewegung bleibt (äußerlich) gleich, das Verständnis und die (innere) Komplexität nimmt jedoch extrem zu.

Bagua, Yiquan etc. sind alles Kampfkünste die von Leuten zusammengestellt wurden, die die „militärische“ Grundschule der Bewegungen schon lange durchlaufen hatten. Sie setzen direkt an dem Lernen der Konzepte an. Es sind alles KK die man „studieren“ muss und das ist ein ganz anderes didaktisches Konzept. Nicht ohne Grund sah man sie früher auch erst als KK für „Fortgeschrittene“ an. Sicher kann ein guter Lehrer sie auch anders unterrichten und mit „stupider“ Grundschule anfangen, ursprünglich sind es aber Lehrmethoden von sehr fortgeschrittenen Leuten, die darin die Essenz ihres Wissens komprimiert haben.

Wenn wir also auf „Kampfkünste“ gucken, dann müssen wir immer überlegen was wir da gerade sehen. Sehen wir eine KK die hauptsächlich die „Basics“ unterrichtet, also das, was früher auf dem Kasernenhof gelehrt wurde? Sehen wir nur die „leere“ Kopie einer Form, die auf Show und Spektakel getrimmt wurde um auf den Marktplätzen und Opern gut auszusehen (was nichts mit dem eigentlichen Können der Vorführenden zu tun gehabt haben muss). Sehen wir die „sportliche Wettkampfversion“ alter Trainingsmethoden, die an andere Umstände angepasst wurde? Sehen wir eine „gesundheitsspezifische“ Übung alter Konzeptübungen, die die kämpferische Seite dieser Übung komplett verloren hat? Sehen wir eine (äußerlich) gleiche Form dieser Übungen jedoch mit kämpferischen Inhalt?

Letztendlich geht es immer um die Frage der Art des Lernens. Will ich konsumieren und kopieren, oder will ich studieren? Bevor ich studieren kann muss ich mir erst einmal meine „Hochschulreife“ holen und dafür ist „bitter essen“ nun einmal nötig. Gewisse Dinge müssen erst einmal gelernt werden ehe ich anfangen kann selber zu „forschen“. An dieser Stelle können „Formen“ und „Anwendungen“ helfen, sie sind aber nicht die eigentlich Essenz.

Problematisch wird es immer dann, wenn man die Zielsetzung aus den Augen verliert. Ich muss eine „Vorführform“ nicht lernen und kopieren wenn ich eigentlich kämpfen lernen will. Dann brauche ich die „Drillform“ und die Anwendungen dazu. Ich brauche keine „Konzeptübung“ wenn ich nicht weiß was die Konzepte sind, die ich eigentlich dort üben/erforschen will. An dieser Stelle kommt dann „Yi“ ins Spiel, denn das ist essentieller Bestandteil der Erforschung dieser Konzept. Ohne die richtige Nutzung von „Yi“ ist „Kreis gehen“ einfach mit einer bestimmten Handhaltung im Kreis gehen und bestimmte Bewegungen ausführen. Ohne das ist ZZ einfach „in der Gegend rumstehen“ und eine Position „halten“.

Für mich ist dieses „Erforschen“ der Kraft mittlerweile eine der berauschendsten Erfahrungen die ich jemals in den KK gemacht habe und ich könnte das stundenlang machen, egal ob im Stehen, auf einer Linie oder im Kreis. Mein Lehrer sagt immer „the mind has no limit“, ganz allmählich bekomme ich eine Idee davon was er meint und um das zu erforschen habe ich noch den Rest meines Lebens…

Pound for Pound München: Judo- und Takedown Seminar

Pound for Pound München: Judo- und Takedown Seminar mit Tom Kohlrausch 8. Dan Judo

Ausrichter: Pound for Pound, Judo Team München,
Boschetsriederstraße 60, 81379 München

Zeitplan: Samstag, 16.07.2016
11:00 Uhr bis 17:00 Uhr (mit Mittagspause)

Sonntag, 17.07.2015
10:00 Uhr bis 13:00 Uhr

Lehrinhalte: Würfe, Takedowns und Kombinationen für Judo, BJJ, und MMA, Gi / NoGi

Zielgruppe: Judokas, BJJler, Grappler, und alle anderen Wurfinteressierten aller Alters- und Leistungsklassen

Preis: 50,- Euro für beide Tage
35,- Euro für Samstag
20,- Euro für Sonntag
Jeweils pro Person, bar vor Ort

Anmeldung und Kontakt unter: info [at] judo-muenchen [dot] com

Haftung: Der Ausrichter schließt jegliche Haftung aus

Pound for Pound Judo Team München
Boschetsriederstraße 60, 81673 München
Telefon: 0177 35 16 130, E-mail: info [at] judo-muenchen [dot] com

24. Judokai der Kodôkan Jûdô Kidôkai

24. Judokai der Kodôkan Jûdô Kidôkai

Termin: Samstag, 20.August / Sonntag, 21.August 2016

Lehrgangsort: Neue Mehrzweckhalle, Quieraustraße 7, 96529 Frankenblick, OT Mengersgereuth-Hämmern

Referent: Tom Kohlrausch 8.Dan Judo

Lehrgangsthemen: Grundlagen der Tachi-Waza: ➢Fassarten erarbeiten, Grundlegendes zum Kuzushi
Wiederholung der grundlegenden Prinzipien der Koshi-Waza
Erweiterung der methodischen Reihe der Te-Waza: ➢vom Sumi-Otoshi zum O-Soto-Gari

Weiterführende Standtechniken: ➢Tani-Otoshi, Yoko-Otoshi und Uki-Waza

Grundlagen der Bodenarbeit: ➢Befreiungen aus Festhaltegriffen ➢Grundlagen der Shime-Waza

Trainingszeiten
: Samstag, 20.8.2016 11:00 -18.00 Uhr (1 Stunde Mittagspause einschließlich Mittags-Imbiss) Sonntag, 21.8.2016 von 9:30 bis 12:30 Uhr LG-Gebühr: 60,- Euro nur Samstag; 80€ Samstag + Sonntag

Übernachtungen sind in der Nacht von Samstag zu Sonntag in der Mehrzweckhlle kostenlos möglich oder anfragen unter http://www.thueringen.info/hotel-muehlbergblick.html (ca. 0,5km entfernt).
Die Teilnehmerzahl ist auf zwanzig begrenzt. Die Plätze werden in der Reihenfolge der Anmeldung vergeben.

Meldungen an Mike Scharlipp: judo-blog-thueringen [at] sonkop [dot] net oder +49 177 4468488
http://kodokan-judo-kidokai.de/wordpress/

Würfe für Grappling, BJJ und Judo: 22. Judokai in Thüringen

Termin:
Sonnabend, 19. September / Sonntag, 20. September 2015

Lehrgangsort:

Neue Mehrzweckhalle, Quieraustraße 7, 96529 Frankenblick, OT Mengersgereuth-Hämmern

Referent:
Tom Herold 8.Dan Judo


Lehrgangsthemen:

    Grundlagen der Standarbeit:

grundlegende Faßarten, grundlegendes Gehen und Stehen, grundlegendes Stören des gegnerischen Gleichgewichts, Stören des gegnerischen „Guard-Jumps“
grundlegende Unterschiede der Fassarten mit Gi und No-Gi

    Wiederholung der Grundlagen der Fußfegewürfe:

spezielle Faßarten mit und ohne Gi, Schrittarbeit, Stören des gegnerischen Gleichgewichts, Fußhaltung bei Fegewürfen,
Unterschiede der Anwendung bei aufrecht stehenden / stark abgebeugt stehenden Gegnern

    Methodische Reihe der Fußfegetechniken:

De-Ashi-Barai, Okuri-Ashi-Barai, Ko-Soto-Gari, Ko-Uchi-Gari, Harai-Tsuri-Komi-Ashi, O-Soto-Guruma, Sasae-Tsuri-Komi-Ashi
(bitte nicht von den japanischen Bezeichnungen abschrecken lassen, niemand muß diese Namen auswendig lernen! )

Zusätzlich werden wir auf den Uchi-Mata (in zwei sehr einfachen und effektiven Varianten) eingehen, wie er im Sambo angewandt wird.

    Grundlagen der Opferwürfe:

Tomoe-Nage / Varianten, effektive Wurfeingänge und Verbindungen mit Fußfege-Würfen mit Gi und No-Gi
Yoko-Guruma / Varianten, effektive Wurfeingänge und Verbindungen mit Fußfege-Würfen mit Gi und No-Gi
Sumi-Gaeshi / Varianten, effektive Wurfeingänge und Verbindungen mit Fußfegewürfen mit Gi und No-Gi

    Weiterführende Standtechniken:

Kombinationswürfe („switchen“ von einem Wurf zu anderen Würfen)
Konterwürfe

Trainingszeiten:
Sonnabend, 19. September 2015 von 11:00 bis 18.30 Uhr (eine Stunde Mittagspause)
Sonntag, 20. September 2015 von 9:00 bis 13:30 Uhr


LG-Gebühr:

80,- Euro (inkl. Mittagessen am Sonnabend)

Für Mitglieder des Kodokan Kidokai e.V. ist die Teilnahme an diesem LG kostenlos.

Die Anzahl der Teilnehmer ist wie immer begrenzt. Bitte meldet euch daher rechtzeitig an.


Übernachtungen:

Übernachtungen sind in der Nacht von Samstag zu Sonntag in der Mehrzweckhalle kostenlos möglich.
Die Plätze werden in der Reihenfolge der Anmeldung vergeben.

Meldungen an Mike Scharlipp:judo-blog-thueringen [at] sonkop [dot] net

Takedown- und Wurfseminar mit Tom Herold, 8. Dan Judo, in München am 11.07. u. 12.07.

Ausrichter:
Pound for Pound, Judo Team München,
Boschetsriederstraße 60, 81379 München

Zeitplan:

Samstag, 11.07.2015
11:00 Uhr bis 17:00 Uhr mit Mittagspause
Sonntag, 12.07.2015
10:00 Uhr bis 13:00 Uhr

Lehrinhalte:
Takedowns und Würfe für
BJJ, MMA, Grappling und Judo, Gi und NoGi

Teilnehmer:
BJJler, Grappler, Judokas und alle anderen Wurfinteressierten aller Alters- und Leistungsklassen

Preis:
50,- Euro für beide Tage
35,- Euro für Samstag
20,- Euro für Sonntag
Jeweils pro Person, bar vor Ort

Haftung:
Der Ausrichter schließt jegliche Haftung aus


Kontakt und Anmeldung:

info [at] judo-muenchen [dot] com

Wie verbessert BJJ mein Judo …?

Sobald man sich als Judoka dem BJJ zuwendet – was meiner Meinung nach früher oder später unvermeidbar ist – kommt es zu einem interessanten Wechsel der Perspektive.
Man erfährt, so wie ich es erfahren habe, daß Würfe nicht mehr so funktionieren, wie man es gewöhnt ist, sobald man sie gegen einen Gegner anzuwenden versucht, der sowieso zu Boden gehen will. Und der genau das perfektioniert hat …

Es ist anfangs enorm frustrierend, dann aber hochinteressant, erleben zu müssen, daß sich gute Bodenkämpfer nicht darauf einlassen, geworfen zu werden. Sie suchen den Bodenkampf, und sie zwingen ihrem Gegner den Bodenkampf so geschickt auf, daß man verzweifeln könnte …
Sie entziehen sich den üblichen Wurfangriffen, indem sie „nach unten“ gehen.
Je länger und intensiver sie BJJ trainiert haben, desto schwieriger ist es, sie mit orthodoxen Wurfansätzen in Bedrängnis zu bringen.

Für den Judoka, der wenig bis keine eigenen Erfahrungen mit dem BJJ gesammelt hat, stellt ein solches Verhalten des Gegners die Welt auf den Kopf.
Plötzlich reagiert der Gegner völlig anders, als ein Judoka das tun würde.
Plötzlich sind viele Strategien und Taktiken, auf die man vertraut hat, kaum noch erfolgversprechend oder sogar gänzlich unwirksam. Die Faßarten, die so effektiv gegen jemanden sind, der sein Gleichgewicht unbedingt bewahren und stehenbleiben will, sind gegen jemanden, der ohnehin den Bodenkampf sucht, nicht unbedingt das beste Mittel …

Nun müßte man als Judoka, dessen Repertoire ja auch den Bodenkampf umfassen sollte, solche Situationen meistern können.

Jedoch gelingt das kaum, denn das hervorragend strukturierte, auf Redundanzen und Positionierung aufgebaute BJJ ist die eindeutig bessere Wahl, das eindeutig bessere System, wenn es um den Kampf in der Bodenlage geht.
Daher hat man als Judoka in der Regel schlechte Karten, sobald die eigenen Wurfansätze ins Leere gehen oder gar schon die Faßart des Judoka vom Gegner dazu genutzt wird, den Bodenkampf zu erzwingen.

Eben deshalb soll und muß man sich als Judoka sehr bewußt dem BJJ zuwenden.
Ist man in der Art, in der im BJJ der Bodenkampf zu einer wahren Kunstform entwickelt wurde, weitgehend unerfahren, kann man mit Würfen kaum punkten.
Zu schnell verlagert sich das Geschehen in den Boden …

Das bedeutet für Judoka zweierlei.
Erstens müssen sie meiner Meinung nach den Bodenkampf von Grund auf neu erlernen – und zwar in einem BJJ-Gym unter Anleitung erfahrener BJJ-ler.

Zweitens, und das finde ich mindestens genauso wichtig, muß man als Judoka beginnen, sehr sorgfältig über die Art nachzudenken, in der man bisher Würfe ausgeführt und angewandt hat.
Es ist dabei unvermeidlich, sich zuallererst mit dem Gedanken anzufreunden, daß es Gegner gibt, die – wie BJJ-ler das gern tun – keinerlei Interesse daran haben, im Stand zu kämpfen.
Sie wollen nicht stehenbleiben.
Und das, genau das, ist der Unterschied zum Judo.
Judoka wollen möglichst nicht in den Bodenkampf, wenn sie im Stand kämpfen können. Sie versuchen, aufrecht stehenzubleiben und gegnerische Wurfansätze zu verhindern. Sie versuchen, ihrerseits den Gegner zu werfen. Bodenkampf, so jedenfalls nehme ich das wahr, gilt im Judo eher als Notlösung, wenn man sich im Stand nicht behaupten konnte.

Die Würfe des Judo sind, so wie ich das sehe, in ihrer Mehrzahl an diese Kampfesweise angepaßt, sind entwickelt worden, um genau solche Gegner werfen zu können.

Wie aber wirft man einen Gegner, der sowieso „nach unten“ will?
Und der genau weiß, wie er dorthin kommt, und der dem Standkämpfer dort gnadenlos überlegen ist? Betrachtet man Würfe unter diesen Voraussetzungen, gehen einige liebgewonnene Gewißheiten plötzlich über Bord.
Faßarten, die man bisher für effektiv hielt, werden obsolet, denn sie ermöglichen dem Bodenkämpfer, den zupackenden Arm zu hebeln …

Es sind aber nicht nur die Faßarten, über die man als Judoka ganz neu nachdenken muß.
Man muß sich auch der Frage stellen, wie man am besten damit umgeht, daß der Bodenkämpfer „die Guard pullt“ oder gar einen „Guard Jump“ anzubringen versucht.
Man muß sich überlegen,ob und wie man das möglichst effektiv verhindern kann …und was man dazu können sollte.

Zudem stellt sich die Frage, ob und wie man künftig beispielsweise Eindrehwürfe anwenden kann, ohne daß der Bodenkämpfer das als Einladung betrachte, sich „den Rücken zu holen“.

All diese Fragen haben bewirkt, daß ich nun damit begonnen habe, meine Würfe etwas umzustrukturieren.
Ich finde es äußerst spannend, die Wurfprinzipien aus einem ganz neuen Blickwinkel zu betrachten und dabei herauszufinden, ob und wie sie gegen Gegner einsetzbar sind, die von vornherein den Bodenkampf präferieren …
Nein, das wird nicht immer gelingen.
Aber das ist ja kein Grund, es nicht trotzdem zu versuchen …