{"id":145,"date":"2013-04-25T09:22:22","date_gmt":"2013-04-25T07:22:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.judo-blog.de\/test\/wordpress\/?p=145"},"modified":"2013-04-28T11:46:24","modified_gmt":"2013-04-28T09:46:24","slug":"bujutsu-is-for-killing-people","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.judo-blog.de\/wordpress\/bagua\/bujutsu-is-for-killing-people\/","title":{"rendered":"&#8222;Bujutsu is for killing people&#8220;"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>&#8222;Bujutsu is for killing people&#8220; U. Kenji<\/p><\/blockquote>\n<p>Dieser Ausspruch von Ushiro Kenji, der sowohl in Karate-, als auch in Aikidokreisen geachtet ist, sollte uns alle zum Nachdenken anregen, egal aus welcher Kampfkunst wir kommen.<\/p>\n<p>All die Dinge, die wir \u00fcben, sind einmal dazu gedacht gewesen, Menschen zu t\u00f6ten oder zu verst\u00fcmmeln. Sind wir bereit dazu, trainieren wir mit diesem Hintergedanken? Kann ich jemandem, wenn es hart auf hart kommt, das Genick brechen oder die Finger, oder, oder, oder&#8230; ?<br \/>\n<!--more--><br \/>\nDer erste Schritt sollte sein sich zu fragen: &#8222;Was bin ich, wann, bereit zu tun?&#8220;<\/p>\n<p>Man muss ehrlich zu sich selber sein, muss sich mit seinen \u00c4ngsten, seiner Wut, im Spiegel angucken k\u00f6nnen. Habe ich Angst vor Schmerzen? Angst vor den rechtlichen Konsequenzen? Will ich grunds\u00e4tzlich niemanden verletzen? Wo sind meine Hemmungen? Was ist meine Grundhaltung gegen\u00fcber meinen Mitmenschen? Kann ich w\u00fctend sein, wenn ja, wann bin ich es und wie gehe ich damit um? Wenn nein, warum nicht?<\/p>\n<p>Kampf, und die F\u00e4higkeit zu k\u00e4mpfen, hat in h\u00f6chstem Ma\u00dfe mit den eigenen Emotionen und der eigenen emotionalen Verarbeitung zu tun. Was bewirkt Gewalt in einem? Wenn man sie sieht, \u00fcber sie liest, sie aus\u00fcbt? Welche Art von Gewalt \u00fcbt man wann, wem gegen\u00fcber, warum, aus?<\/p>\n<p>Ist Gewalt f\u00fcr einen etwas positives oder negatives? Warum?<\/p>\n<p>Offiziell betreiben wir alle &#8222;Kampfkunst\/-sport&#8220; aber wer hat sich schon einmal mit den Konsequenzen dieses Wortes ernsthaft besch\u00e4ftigt? Mal ehrlich, man geht ins Training (wie oft 2, 3, 4 mal die Woche?), will lernen Freunde zu schlagen, treten und werfen, Schl\u00e4ge anzunehmen, im Wettkampf erfolgreich zu sein, die Bewegungsqualit\u00e4t zu verbessern etc.<\/p>\n<p>Man will seine Freunde treffen und mit ihnen quatschen, das &#8222;soziale Umfeld&#8220; bedienen. Niemand will sie ERNSTHAFT im Training verletzen, genau wie auch den Gegner in einem Wettkampf (klar nimmt man das dort in Kauf, aber der Andere soll hinterher ja auch weiterleben\/-arbeiten k\u00f6nnen. Diese Einstellung erwartet man ja auch vom Anderen einem selbst gegen\u00fcber, DAS ver\u00e4ndert jedoch alles!!!).<\/p>\n<p>Wir alle trainieren um Spa\u00df zu haben, uns wohl zu f\u00fchlen, uns besser zu f\u00fchlen (und evtl. sogar um uns von anderen &#8222;abzuheben&#8220;). Wir hoffen uns durch das Erlernen einer KK\/KS st\u00e4rker zu f\u00fchlen, den Anderen gegen\u00fcber &#8222;\u00fcberlegen&#8220;. Wir hoffen dadurch unsere \u00c4ngste \u00fcberspielen zu k\u00f6nnen, die Stimme in unserem Kopf ruhig zu stellen, die immerzu sagt &#8222;Du bist schwach, hilflos, wertlos&#8220;. Wir k\u00e4mpfen gegen die Wut in uns, die wegen der Stimme auftaucht. Gleichzeitig aber haben wir auch Angst davor im Training wieder das zu erfahren, was uns diese Stimme immerzu sagt: &#8222;Du bist schwach und hilflos&#8220;. Wir schaffen uns Regeln und \u00e4u\u00dfere Umst\u00e4nde, die uns vor uns selber besser aussehen lassen. Wir &#8222;rollen&#8220; miteinander und machen &#8222;freundschaftliches Randori\/Sparring&#8220;. Wir reden uns ein, es sei v\u00f6llig in Ordnung wenn der Andere uns mit einem Hebel, einem Wurf, einem Schlag erwischt.<\/p>\n<p>Sicher, es muss \u00dcbungsformen geben, die einem erlauben, Bewegungen gegen wachsenden Widerstand zu \u00fcben, es muss mit &#8222;lachen und spielen&#8220; ge\u00fcbt werden. Es muss Chess-drills, One-Step-Sparring, Kihon-ippon, Slow-rolling, ansteigendes Jyu-Kumite etc. geben, ABER das hat nichts, aber auch gar nichts mit K\u00c4MPFEN zu tun! Solange ich sicher sein kann, dass ich am Ende des Kampfes noch lebe und nicht schwerstverletzt bin, ist es kein K\u00e4mpfen. K\u00e4mpfen bedeutet einer bleibt liegen. Es gibt keinen zweiten Platz.<\/p>\n<p>Wir wollen dieses Gef\u00fchl der Schw\u00e4che und Hilflosigkeit in uns besiegen, denn das macht uns Angst. Wir wollen uns nicht mehr klein und wertlos f\u00fchlen und wenn, dann nur nach Regeln, so dass man sich vor sich selber entschuldigen kann (Es war nur ein Randori, ich bin &#8222;zweiter Sieger&#8220; in einem Wettkampf).<\/p>\n<p>K\u00e4mpfen lernen hei\u00dft sich zun\u00e4chst dieser Stimme in uns zu stellen. Sich eingestehen, dass man nie wieder schwach und hilflos sein will. Nicht kaputtgehen hei\u00dft dieser Stimme in uns auf den Grund gehen und sich das Gef\u00fchl der Schw\u00e4che und Hilflosigkeit anzuschauen, warum es da ist, was es ausl\u00f6st und wie ich es verarbeiten kann.<\/p>\n<p>K\u00e4mpfen lernen hei\u00dft Leute mit ihrer Schw\u00e4che und Hilflosigkeit zu konfrontieren, ohne Ausreden, ohne Entschuldigungen. Konfrontieren durch Angst, Schmerz, Ersch\u00f6pfung und \u00dcberforderung. Durch Hilflosigkeit. Damit man das lernt braucht man Leute, die Andere leiden lassen k\u00f6nnen. Die bereit sind, Gewalt (psychisch und physisch) auszu\u00fcben. Die kein Mitleid haben, im Gegenteil die es als Ziel haben den anderen &#8222;fertigzumachen&#8220;, obwohl er ihr Freund ist. Um daran als \u201ePr\u00fcfer\u201c nicht zu zerbrechen, muss man erlebt haben, welche Freiheit einem die ANNAHME der eigenen Angst und Schw\u00e4che gibt und man muss sich vergegenw\u00e4rtigen wie man selber das erreicht hat!<\/p>\n<p>Der Weg, den man gehen muss, ist entweder der brutal direkte, quasi &#8222;friss oder stirb&#8220; oder aber man desensibilisiert die Leute langsam aber sicher und gew\u00f6hnt sie daran Gewalt auszu\u00fcben und Gewalt in Abstufungen zu erleben. Wer schon viel Gewalt erfahren hat, der wird den langsamen Weg jedoch als &#8222;uneffektiv\/\u00fcberfl\u00fcssig&#8220; betrachten. Wer einmal an diesem dunklen Ort war, der findet immer wieder den Weg dahin, wer noch nie da war, der f\u00fcrchtet sich vor der blo\u00dfen Vorstellung dieses Ortes (auch wenn er eine morbide Faszination aus\u00fcben mag).<\/p>\n<p>Wir hoffen uns durch das Erlernen einer KK\/KS st\u00e4rker zu f\u00fchlen, den Anderen Gegen\u00fcber &#8222;\u00fcberlegen&#8220;. Wir hoffen dadurch unsere \u00c4ngste \u00fcberspielen zu k\u00f6nnen, die Stimme in unserem Kopf ruhig zu stellen, die immerzu sagt &#8222;Du bist schwach, hilflos, wertlos&#8220;.<\/p>\n<p>Frei werden bedeutet dieser Stimme zuzuh\u00f6ren, auf sie zuzugehen, sie in den Arm zu nehmen, sie sich anzugucken und sie anzunehmen wie sie ist.<\/p>\n<p>Wir sind wertvoll, so wie wir sind. Das m\u00fcssen wir diese Stimme f\u00fchlen lassen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Bujutsu is for killing people&#8220; U. 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