{"id":517,"date":"2013-08-05T10:33:57","date_gmt":"2013-08-05T08:33:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.judo-blog.de\/wordpress\/?p=517"},"modified":"2013-08-05T13:09:01","modified_gmt":"2013-08-05T11:09:01","slug":"shu-ha-ri-oder-die-weitergabe-des-feuers","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.judo-blog.de\/wordpress\/allgemein\/shu-ha-ri-oder-die-weitergabe-des-feuers\/","title":{"rendered":"Shu-Ha-Ri, oder die Weitergabe des Feuers\u2026"},"content":{"rendered":"<p>Wenn man mit dem Erlernen einer kompletten Kampfkunst beginnt, lernt man zun\u00e4chst einmal die grundlegenden Bewegungen, an Hand derer man zun\u00e4chst die grundlegende Bewegungsprinzipien gezeigt bekommt, dies geschieht in Form von festgelegten Bewegungsabfolgen (Formen\/Kata).<\/p>\n<p>Wenn man die grundlegenden Bewegungen gezeigt bekommen hat, kommen, aufbauend auf den Bewegungsprinzipien, die Kampfprinzipien. Hier gilt: von den Einfachen zu den Komplexen. Das spiegelt sich auch in den Bewegungen wider.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Zun\u00e4chst einfach, dann komplex. Die Grundlage f\u00fcr diese Prinzipien sind die richtigen Bilder, \u00fcber die die Bewegungsprinzipien vermittelt werden und die von den Kampfprinzipien erweitert werden.<\/p>\n<p>Diese Prinzipien m\u00fcssen nat\u00fcrlich auch parallel am Partner angewandt und erfahren werden. Im Karate werden im ersten Schritt die Prinzipien der Annahme und die des Schlagens und Tretens gelehrt. Dann kommen die des Greifens und Werfens.<br \/>\nWichtig daf\u00fcr ist es, dass die vorgegebenen Bewegungsformen EXAKT gelehrt und einstudiert werden, denn sie sind das Fundament f\u00fcr die Bewegungslehre, die die Grundlage f\u00fcr alles Weitere ist.<\/p>\n<p>Wenn man diese Bewegungslehre verinnerlicht hat, d.h. der K\u00f6rper sie verstanden hat UND die Prinzipien KENNT, dann hat man die &#8222;Shu-Stufe&#8220; vollendet. Im n\u00e4chsten Schritt geht es darum die Prinzipien, auf Basis der erlernten Bewegungslehre, f\u00fcr sich zu verstehen und mit Leben zu f\u00fcllen, d.h. sie zu personalisieren und &#8222;f\u00fcr sich neu zu entdecken&#8220;. Das passiert in der &#8222;Ha-Stufe&#8220;.<\/p>\n<p>Jetzt kommen wir zu dem Punkt mit dem Lehrer. In der Shu-Stufe ist der ENGE Kontakt zu einem Lehrer essentiell, da man durch seine Ber\u00fchrungen und Korrekturen erst die Prinzipien versteht und sich lernt zu bewegen. In der Ha-Stufe ist der ZU ENGE Kontakt jedoch hinderlich, man will ja nicht der Klon seines Lehrers werden (und darf es auch nicht!). Der Lehrer ist nat\u00fcrlich immer noch da und korrigiert ab und an Fehler in der Bewegungslehre, die sich unweigerlich einschleichen. Er muss den Sch\u00fcler jedoch machen lassen, damit er &#8222;sein&#8220; Karate findet.<\/p>\n<p>An diesem Punkt ist der Austausch mit anderen Leuten wichtig, die auch schon die Shu-Stufe hinter sich gelassen haben (egal aus welcher KK). Manche Prinzipien muss man einfach von mehreren Seiten beleuchten um sie f\u00fcr sich selbst zu verstehen. Bei uns hei\u00dft es da &#8222;Go out and learn, come back and share&#8220;.<br \/>\nAuch unterrichten hilft an dieser Stelle (auch wenn man sich selber noch nicht als Lehrer f\u00fchlt). Wenn man Sch\u00fclern etwas INDIVIDUELL erkl\u00e4ren muss, muss man gewisse Dinge auch noch einmal &#8222;durchdenken&#8220; und von anderen Seiten betrachten. Au\u00dferdem kann man an den Sch\u00fclern gewisse Anwendungen noch einmal \u201etesten\u201c. Der Sch\u00fcler lernt jemanden mit &#8222;Dampf&#8220; anzugreifen und der Lehrer kann lernen damit umzugehen. Da der Sch\u00fcler nicht so weit ist wie die anderen Leute auf seiner Ha-Stufe (die er auch braucht!), kann er so &#8222;entspannter&#8220; die Dinge ausprobieren, im \u201estressfreien\u201c Raum.<\/p>\n<p>Wenn man dann die erlernten Prinzipien verstanden hat und gelernt hat sie wie einen Anzug seinem &#8222;Karatek\u00f6rper&#8220; \u00fcberzuziehen, dann hat man die Ha-Stufe verlassen. Das ist der Moment wo man keine festen Bewegungsformen (Kata) mehr F\u00dcR SICH braucht, sie aber dennoch t\u00e4glich \u00fcbt, um seinen K\u00f6rper weiter zu schulen. Das w\u00e4re dann das Erreichen der &#8222;Ri-Stufe&#8220;. Hier &#8222;f\u00fchlt&#8220; man sich dann auch soweit eigene Sch\u00fcler zu unterrichten, da man die Prinzipien &#8222;frei&#8220; anwenden kann und so auf den Sch\u00fclern individuell eingehen kann.<\/p>\n<p>An diesem Punkt steht man dann mit seinem Lehrer auf einer Stufe (hat ihn beim Erklimmen des Berges eingeholt, <a href=\"https:\/\/www.judo-blog.de\/wordpress\/allgemein\/die-wanderung-mit-dem-lehrer\/\">siehe vorheriger Beitrag<\/a>) und kann gemeinsam mit ihm, auf Augenh\u00f6he, trainieren, wobei der Lehrer eben auch in seinen k\u00f6rperlichen F\u00e4higkeiten (z.B. dem Prinzip des H\u00f6rens) voranschreitet und somit immer besser bleiben wird.<\/p>\n<p>Durch diese Art der Wissens\u00fcbermittlung kann kein Wissen verloren gehen, da die Prinzipien jedesmal neu &#8222;entdeckt&#8220; werden. Durch den Kontakt zum Lehrer wei\u00df man ja auch wenn man sie korrekt verstanden und anwenden kann. Entscheidend sind die korrekten! Bewegungsformen, und die Weitergabe der Bilder die den Prinzipien zu Grunde liegen und die Weitergabe der Bewegungs- und Kampfprinzipien selbst.<\/p>\n<p>Jeder findet dadurch &#8222;seine&#8220; KK und man gibt so das Feuer weiter und nicht die Asche (die die blo\u00dfe Kopie der Bewegungsabfolge w\u00e4re).<\/p>\n<p>Es gab fr\u00fcher nie &#8222;das Karate&#8220; es gab immer das &#8222;Kampfsystem&#8220; eines speziellen Menschen auf Basis seines Wissens und seiner k\u00f6rperlichen Voraussetzungen und dem Wissen, das er durch seine Lehrer vermittelt bekam.<\/p>\n<p>Der Sch\u00fcler kann am Ende der Ha-Stufe neue Prinzipien und Bewegungen lernen und sein Wissen vergr\u00f6\u00dfern. Dazu muss er zu einem anderen, weit fortgeschrittenen, Lehrer in der Ri-Stufe, der ihm andere (oder fortgeschrittenere) Prinzipien und Bewegungen zeigen kann. Somit befindet man sich idealerweise immer an einer Endlosschleife am \u00dcbergang von \u201eHa\u201c zu \u201eRi\u201c. Wenn man die einen Prinzipien und Bilder verstanden hat, kommen neue (von einem anderen Lehrer), die man mit den eigenen kombiniert oder die die eigenen erweitern. Somit h\u00f6rt man nie auf zu lernen\u2026<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn man mit dem Erlernen einer kompletten Kampfkunst beginnt, lernt man zun\u00e4chst einmal die grundlegenden Bewegungen, an Hand derer man zun\u00e4chst die grundlegende Bewegungsprinzipien gezeigt bekommt, dies geschieht in Form von festgelegten Bewegungsabfolgen (Formen\/Kata). 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