{"id":535,"date":"2013-08-08T08:49:53","date_gmt":"2013-08-08T06:49:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.judo-blog.de\/wordpress\/?p=535"},"modified":"2013-08-08T10:53:28","modified_gmt":"2013-08-08T08:53:28","slug":"there-is-no-journeys-end","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.judo-blog.de\/wordpress\/allgemein\/there-is-no-journeys-end\/","title":{"rendered":"There Is No Journey&#8217;s End \u2026"},"content":{"rendered":"<p>Wir alle begannen unser Training damit, den ersten Schritt zu tun.<br \/>\nWir betraten zum ersten Mal das Dojo.<br \/>\nWir betraten zum ersten Mal die Matte.<\/p>\n<p>Wir lernten den ersten Schritt der ersten Fall\u00fcbung, den ersten Schritt, der uns mit dem ersten Wurf vertraut machte \u2026<\/p>\n<p>Unsere Neugier war gro\u00df, und unsere Bereitschaft, auch den n\u00e4chsten und \u00fcbern\u00e4chsten Schritt zu gehen, war grenzenlos.<br \/>\nUnd so setzten wir wieder und wieder einen Fu\u00df vor den anderen und begaben uns, ohne es recht zu merken, auf eine Reise, die unser ganzes Leben ver\u00e4ndern sollte.<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p>Wir brachen nicht allein zu dieser Reise auf.<br \/>\nDa gab es die Trainingsgruppe, die Freunde, die Lehrer \u2026<br \/>\nWir wu\u00dften und konnten noch nichts. Wir waren Anf\u00e4nger.<br \/>\nKinder.<br \/>\nWir lie\u00dfen uns leiten von denen, die \u00e4lter waren und mehr Erfahrung hatten als wir.<br \/>\nSie gaben die Richtung vor. Wir folgten ihnen.<br \/>\nUnd so brachen wir auf, nicht ahnend, wohin uns dieser Weg einmal f\u00fchren w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Wir wurden \u00e4lter und waren noch immer unterwegs.<br \/>\nInzwischen aber glaubten wir, das Ziel zu kennen.<br \/>\nDiese Reise, die wir so fr\u00f6hlich angetreten hatten und die uns auf steinigen Pfaden \u00fcber Berg und Tal f\u00fchrte, w\u00fcrde uns am Ende zu jenem Ziel leiten, das uns als so erstrebenswert, so wunderbar erschien, da\u00df wir es ehrfurchtsvoll verkl\u00e4rten.<br \/>\nWir w\u00fcrden den schwarzen G\u00fcrtel erhalten.<br \/>\nAls Lohn all unserer M\u00fchen.<br \/>\nDessen waren wir uns sicher.<br \/>\nUnd dann, auch das wu\u00dften wir genau, w\u00e4ren wir am Ziel.<br \/>\nEines Tages &#8230;<\/p>\n<p>Also marschierten wir weiter.<br \/>\nDer Weg wurde steiniger, steiler, schmaler.<br \/>\nNach und nach blieben einige unserer Trainingskameraden zur\u00fcck. Sie kehrten um, oder sie wurden m\u00fcde und konnten nicht mehr weitergehen. Sie fanden am Wegesrand Orte, an denen sie bleiben wollten. Und so manches Mal fragten wir uns, ob es nicht doch einfacher, bequemer, lohnender w\u00e4re, es ihnen gleichzutun.<br \/>\nUnd so manches mal tat es bitter weh, sie zur\u00fccklassen zu m\u00fcssen und weiterzugehen.<\/p>\n<p>Doch irgend etwas in uns trieb uns an, weiterzuziehen.<br \/>\nDa war diese unendliche Neugier, die sich nicht zum Schweigen bringen lie\u00df \u2026<br \/>\nWie w\u00fcrde es sein, dort am Ziel?<br \/>\nWann w\u00fcrden wir es erreichen?<br \/>\nWie w\u00fcrde sich das anf\u00fchlen?<br \/>\nUnd je n\u00e4her wir dem gro\u00dfen Ziel kamen, desto dr\u00e4ngender trieb mich die Frage um, was denn werden w\u00fcrde, wenn das gro\u00dfe Ziel erreicht war.<\/p>\n<p>Eines Tages, beinahe unverhofft, war es dann soweit.<br \/>\nWir waren angekommen.<br \/>\nEin kleines H\u00e4uflein Unentwegter.<br \/>\nSo viele waren mit uns zusammen aufgebrochen, und so wenige kamen nun an \u2026<br \/>\nAber wir \u2026 wir hatten es geschafft.<br \/>\nWir waren so stolz auf uns selbst \u2026!<\/p>\n<p>Bis wir bemerkten, da\u00df wir lediglich ein kleines, geradezu winziges St\u00fcck des Weges zur\u00fcckgelegt hatten.<br \/>\nIm Grunde hatten wir nicht mehr als den ersten Schritt getan.<br \/>\nDas war eine schockierende Erkenntnis.<br \/>\nWir wollten doch ankommen, das Ziel erreichen, uns ausruhen von all den M\u00fchen \u2026<\/p>\n<p>Und nun sollten und mu\u00dften wir weiterziehen.<br \/>\nWeitergehen, und wieder \u00fcber Stock und Stein, durch T\u00e4ler und \u00fcber kaum zu erklimmende Berge.<br \/>\nEs war zum verzweifeln.<br \/>\nW\u00fcrde das denn niemals enden?<br \/>\nWir gingen weiter und weiter, Schritt f\u00fcr Schritt. Manchmal war es leicht, manchmal so m\u00fchsam, da\u00df wir am liebsten umgekehrt w\u00e4ren. Manchmal kamen wir auch vom Wege ab, verirrten uns, verrannten uns st\u00f6rrisch, weil wir glaubten, Abk\u00fcrzungen gefunden zu haben. Nicht alle von uns fanden zur\u00fcck auf den Weg.<br \/>\nWir zogen weiter, wurden \u00e4lter, erfahrener und meinten so manches Mal, den Weg zu kennen. Wir meinten manchmal sogar, genau zu wissen, da\u00df der Weg, den wir gingen, der einzig richtige w\u00e4re &#8230; <\/p>\n<p>Wir stritten mit denen, die uns auf dem Wege vorausgegangen waren und nun zur\u00fcckkamen, um uns abzuholen.<br \/>\nWir glaubten so manches mal, es besser zu wissen als sie &#8230;<br \/>\nNoch heute bewundere ich die Geduld, die unsere Lehrer mit uns hatten.<br \/>\nWir gingen weiter, weil sie uns dazu anspornten.<\/p>\n<p>Wir trafen auf unserem Weg Menschen, die uns ein Vorbild waren. Die wir bewunderten.<br \/>\nAber wir trafen auch jene, die uns vorschreiben wollten, wohin wir zu gehen hatten. Die uns erkl\u00e4rten, wir k\u00f6nnten und d\u00fcrften unseren Weg nur mit ihrer Erlaubnis fortsetzen.<br \/>\nEs waren wohl unsere Lehrer, die uns davor bewahrten, diesen Wegelagerern Glauben zu schenken &#8230;<br \/>\nUnd so zogen wir weiter und weiter.<\/p>\n<p>Und wieder blieben etliche zur\u00fcck, m\u00fcde geworden und unwillig.<br \/>\nEinige wenige aber gingen weiter.<br \/>\nImmer weiter.<br \/>\nManchmal schauten wir zur\u00fcck und erinnerten uns an besonders steinige, steile und m\u00fchsame Pfade und an so manchen Irrweg &#8230;<br \/>\nUnd manchmal blieb auch einer unserer Lehrer zur\u00fcck. Er hatte uns bis an jenen Punkt begleitet, \u00fcber den hinaus er selbst nicht gehen konnte oder wollte &#8230; und von da an mu\u00dften wir dann ohne ihn weiterziehen.<\/p>\n<p>Damals begann ich endlich zu verstehen, da\u00df unsere Reise in den Kampfk\u00fcnsten kein Ziel hat.<br \/>\nEs ist die Reise selbst, die z\u00e4hlt.<br \/>\nEs gibt nicht nur den einen Weg.<br \/>\nEs gibt unendlich viele. Wir k\u00f6nnen sie nicht alle erkunden, denn dazu reicht unsere Lebenszeit nicht aus.<br \/>\nAber im Grunde ist selbst diese Erkenntnis unwichtig.<br \/>\nEs z\u00e4hlt nur, da\u00df wir losgehen, unsere Reise antreten, da\u00df wir den selbstgew\u00e4hlten Weg weitergehen und immer weiter, da\u00df wir nicht aufgeben &#8230;<br \/>\nEs ist die \u00dcberwindung, wieder und wieder einen Fu\u00df vor den anderen zu setzen, die uns Einsichten vermittelt, zu denen wir sonst wohl nie gelangt w\u00e4ren.<br \/>\nEs ist der Weg, der z\u00e4hlt.<br \/>\nUnser Weg.<br \/>\nEr macht uns zu dem, was wir sind.<br \/>\nEr l\u00e4\u00dft uns H\u00e4rten ertragen, er l\u00e4\u00dft uns durchhalten, er formt uns, w\u00e4hrend wir ihn gehen.<br \/>\nWir haben uns daf\u00fcr entschieden, diese Reise anzutreten, als wir damals aufbrachen.<br \/>\nWir wissen nicht, wohin sie uns f\u00fchren wird.<br \/>\nAber wir wissen, da\u00df wir unser ganzes Leben lang unterwegs sein werden. Wir k\u00f6nnen und wollen nicht stehenbleiben. Unsere Neugier ist einfach zu gro\u00df \u2026<br \/>\nWir gehen weiter.<br \/>\nUnd wir werden dabei einen Fu\u00df vor den anderen setzen, wieder und wieder.<br \/>\nGenau so, wie wir es einst als Anf\u00e4nger getan haben, als wir die ersten Schritte gingen &#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir alle begannen unser Training damit, den ersten Schritt zu tun. Wir betraten zum ersten Mal das Dojo. Wir betraten zum ersten Mal die Matte. 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