{"id":578,"date":"2013-10-20T00:55:19","date_gmt":"2013-10-19T22:55:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.judo-blog.de\/wordpress\/?p=578"},"modified":"2013-10-20T10:03:23","modified_gmt":"2013-10-20T08:03:23","slug":"mitsuyo-maeda-judo-und-bjj","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.judo-blog.de\/wordpress\/allgemein\/mitsuyo-maeda-judo-und-bjj\/","title":{"rendered":"Mitsuyo Maeda, Judo und BJJ"},"content":{"rendered":"<p>Wenn man beginnt, BJJ zu trainieren, beginnt man fr\u00fcher oder sp\u00e4ter auch, sich f\u00fcr die Geschichte dieses Kampfsystems zu interessieren.<br \/>\nWorin unterscheidet sich BJJ vom Judo, und warum?<br \/>\nWer hat das BJJ entwickelt, wann begann diese Entwicklung und wer war daf\u00fcr verantwortlich?<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p>Wenn man sich f\u00fcr BJJ interessiert, kennt man nat\u00fcrlich den Namen Mitsuyo Maeda.<br \/>\nWer aber war Mitsuyo Maeda, und was hat ein Judoka wie er mit der Entstehung des BJJ zu tun?<br \/>\nIch werde versuchen, diese Fragen zu beantworten, soweit das m\u00f6glich ist.<br \/>\nIch habe allerdings weder die M\u00f6glichkeit noch die Absicht, zu diesem Thema hier im Blog eine streng wissenschaftliche Arbeit vorzulegen, zumal einige Quellen widerspr\u00fcchlich sind.<br \/>\nIch beziehe mich daher vor allem auf das, was Joe Svinth in seinem im Jahr 2003 erschienenen Buch &#8222;Martial Arts in the Modern World&#8220; schrieb, da ich Joe Svinth f\u00fcr eine sehr verl\u00e4\u00dfliche Quelle halte.<br \/>\nSollten mir trotz aller Bem\u00fchungen Irrt\u00fcmer und Fehler unterlaufen sein, bitte ich um Nachsicht \u2026<\/p>\n<p>Das BJJ ist zweifellos eines der faszinierendsten Kampfsysteme, die je entwickelt wurden.<br \/>\nEs wurde von Helio Gracie und seinem Bruder Carlos Gracie geschaffen, und zwar auf der Grundlage dessen, was Carlos Gracie von dem Judoka Mitsuyo Maeda erlernte.<br \/>\nWer aber war Mitsuyo Maeda, und wie gro\u00df war sein Einflu\u00df auf das BJJ wirklich?<\/p>\n<p>Mitsuyo Maeda wurde 1878 in der Pr\u00e4fektur Aomori geboren, in einem Ort, der heute Hirosaki hei\u00dft.<br \/>\nAls Kind soll er etwas Sumo und m\u00f6glicherweise ein wenig Tenshin Shinyo Ryu trainiert haben.  Letzteres l\u00e4\u00dft sich allerdings nicht belegen.<br \/>\n1896 begann Maeda, in Tokyo an der Senmon Gakko zu studieren, einer Schule, die der Waseda-Universit\u00e4t eng verbunden ist.<br \/>\nAm 6. Juni 1897 trat Maeda dem Kodokan bei.<br \/>\n(vgl. dazu Svinth \/ Green \u201eMartial Arts in the Modern World\u201c Connecticut 2003, S. 64ff.)<\/p>\n<p>Maeda trainerte vor allem bei Sakujiro Yokoyama, der unter dem Spitznamen \u201eOni\u201c (\u201eD\u00e4mon\u201c) bekannt und gef\u00fcrchtet war.<\/p>\n<blockquote><p>An exceptionel learner, by 1903, Maeda advanced to fourth dan, winnig several major judo tournaments in process. These accomplishments got him jobs teaching judo at Waseda University, the Peers College, and other Tokyo acedemies.<\/p><\/blockquote>\n<p>(ebenda)<\/p>\n<p>Nach Amerika kam Maeda durch einen Zufall.<br \/>\nEin amerikanischer Gesch\u00e4ftsmann namens Sam Hill aus Seattle hatte 1903 versucht, Yoshiaki Yamashita einzuladen. Yamashita sollte Hills Sohn, James Nathan Hill, im Judo unterrichten. Aus verschiedenen Gr\u00fcnden kam es nicht dazu, doch Yamashita unterwies in den Jahren 1904 \u2013 1905 den amerikanischen Pr\u00e4sidenten Theodor Roosevelt im Judo.<br \/>\nAngeregt durch Yamashitas Erfolg versuchte auch Tomita Tsunejiro, in den USA Judo zu verbreiten.<br \/>\nEr begab sich 1904  nach New York. Wie Yamashita suchte auch Tomita einen j\u00fcngeren Judoka, um ihn als Partner f\u00fcr Vorf\u00fchrungen mit nach Amerika zu nehmen. Seine Wahl fiel auf Mitsuyo Maeda.<\/p>\n<p>Dazu schreibt Svinth, da\u00df es sehr unwahrscheinlich sei, das Kano die hochrangigen Judo-Lehrer des Kodokan dazu angeregt haben soll, ins Ausland zu gehen und dort Judo zu verbreiten.<\/p>\n<blockquote><p>Despite what someties heard, there is no known evidence to suggest that Kano Jigoro had anything to do with Tomita going to the United States, except perhaps wishing Tomita luck for his foreign adventures.<\/p><\/blockquote>\n<p>(ebenda, S. 281)<\/p>\n<p>Tomita und Maeda erreichten New York am 8. Dezember 1904.<br \/>\nIm Januar 1905 besuchten sie in Begleitung eines Angeh\u00f6rigen der Kaiserlich-Japanischen Botschaft die Milit\u00e4rakademie West Point in der Absicht, eine Zusammenfassung der Erkenntisse aus dem Russisch-Japanischen Krieg vorzutragen.<br \/>\nTeil dieses Vortrages war eine Demonstration einiger Kata des Judo, bei denen Maeda als Uke agierte.<br \/>\nDaran anschlie\u00dfend nahm Maeda die Herausforderung eines Kadetten an und warf ihn coram publico ohne gro\u00dfe Anstrengung.<br \/>\nTomita nahm mehrere Herausforderungen an und warf den ersten Herausforderer.<br \/>\nSein zweiter Gegner war ein erfahrener Football-Spieler namens Charles Daly, und diesem gelang es, von Tomita nicht geworfen zu werden.<br \/>\nDas wiederum wurde sowohl in der amerikanischen als auch in der japanischen Presse als Niederlage Japans bezeichnet.<br \/>\nDennoch er\u00f6ffneten Tomita und Maeda bald darauf einen Judo-Club in New York.<\/p>\n<blockquote><p>According to an article published in the \u201eNew York World\u201c in April 1905, there were perhaps 10 Japanese teaching judo in New York, Washington, and Boston, and most of them trained with Tomita.<br \/>\nThere may have been some American students, too, but nothing is known about them<\/p><\/blockquote>\n<p>(ebenda, S. 65)<\/p>\n<p>Zum gro\u00dfen Unbehagen des Kodokan wandte sich Mitsuyo Maeda 1906 dem professionellen Ringen zu.<br \/>\nDazu lesen wir bei Koizumi, der die Worte des Gr\u00fcnders Jigoro Kano wiedergibt:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eWith Judo, we have no professionals in the same sense as other sports. No one is allowed to take part in public entertainment for personal gain. Teachers certainly receive remuneration for their services but that is in no way degrading. The professional is held in high regard like offices of a religious organisation or professor in the educational world.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>(Koizumi, G. \u201eJudo and the Olympic Games\u201c, April 1947, Budokwai Quarterly Bulletin, S 7-8)<\/p>\n<p>Svinth merkt dazu lediglich an, da\u00df Maeda wahrscheinlich das Geld ben\u00f6tigte, das er dabei verdiente \u2026<br \/>\n(vgl. Svinth 2003, S. 65) <\/p>\n<p>Zu Beginn seiner Karriere als professioneller Ringer traf Maeda im Juli 1906 in New York auf \u201eThe Butcher Boy\u201c John Piening.<br \/>\nObwohl Pienin erheblich gr\u00f6\u00dfer und schwerer war, gewann Maeda diesen Kampf.<br \/>\nSoweit wir wissen, begab sich Maeda danach in den S\u00fcden der USA.<br \/>\n1907 verlie\u00df er Amerika und besuchte England.<br \/>\nMaeda traf sich in London mit Akitaro Ono, der ebenfalls Judoka war (er trug damals den 4. Dan) und sich wie Maeda als professioneller Ringer durchzuschlagen versuchte.<br \/>\nVon 1907 \u2013 1909 gab Maeda im Marinest\u00fctzpunkt auf Whale Island und an der Universit\u00e4t Cambridge Unterricht im Judo und nahm zudem an zahlreichen Profi-K\u00e4mpfen teil.<br \/>\nSo erk\u00e4mpfte er sich im Februar 1908 bei einem in London veranstalteten gro\u00dfen Turnier den Einzug ins Finale, wo er dann denkbar knapp gegen den Schwergewichts-Champion Jimmy Esson unterlag.<br \/>\n(vgl. Health and Strength, Feb. 15, 1908, S.152)<\/p>\n<p>Um Maedas F\u00e4higkeiten und seinen Kampfgeist w\u00fcrdigen zu k\u00f6nnen, sollte man sich immer vor Augen halten, da\u00df er lediglich 1,56m gro\u00df und etwa 70kg schwer war &#8230;<\/p>\n<p>Maeda k\u00e4mpfte 1908 auch in Belgien, Schottland und Spanien.<br \/>\nIn Spanien gab sich Maeda den Namen \u201eMaeda Komaru\u201c, was soviel bedeutet wie \u201eder bek\u00fcmmerte Maeda\u201c  oder \u201eder beunruhigte Maeda\u201c, eine ironische Anspielung auf seine finanziell desastr\u00f6se Situation.<br \/>\nMit der Zeit wurde daraus dann \u201eConde Koma\u201c oder \u201eCount Koma\u201c, was sich wohl am Besten mit \u201eBettelgraf\u201c wiedergeben l\u00e4\u00dft.<\/p>\n<p>Im Juli 1909 und im Januar 1910 reiste Maeda nach Mexiko, um dort an professionellen Ringk\u00e4mpfen teilzunehmen.<br \/>\n1910 verlie\u00df Maeda Mexiko, m\u00f6glicherweise um den Wirren der Revolution zu entgehen, und begab sich von Guadalajara nach Kuba.<br \/>\nGegen Ende des Jahres 1911 traf er sich in Havanne mit Ono Akitaro, Satake Shinjiro und Ito Tokugoro. Da sie alle hervorragende Judoka und Ringer waren, nannte man sie in jener Zeit die \u201e4 K\u00f6nige Kubas\u201c.<\/p>\n<p>Am 5. Januar 1912 verlieh der Kodokan Maeda den 5. Dan.<br \/>\nDagegen regte sich in Japan einiger Widerstand, denn es gab durchaus Stimmen, die sich gegen die Verleihung einer solchen Graduierung an professionelle Ringer aussprachen.<br \/>\nDennoch nahmen viele Japaner Maedas Siege mit Stolz zur Kenntnis.<\/p>\n<blockquote><p>\n\u201eThe Cubans are taking fancy to our jujutsu. Indeed this peculiar martial art of Nippon has become such a great fad among the islanders that three Japanese experts of jujutsu, all graduates of the Ko-Do-Kan of Tokyo, are at present in Cuba teaching the art to the wealthy classes of Cubans.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>(Japan Times, Nov. 1, 1912, zitiert aus Svinth 2003, S. 66)<\/p>\n<p>Die Begeisterung der Kubaner f\u00fcr das professionelle Ringen erreichte einen H\u00f6hepunkt, als Maeda versuchte, internationale Champions des Ringens und Boxens wie Frank Gotch und Jack Johnson als Gegner zu gewinnen.<br \/>\nGewi\u00df, beide ignorierten ihn.<br \/>\nEin Sieg \u00fcber Maeda h\u00e4tte ihnen weder Ehre noch Ruhm noch Geld eingebracht, w\u00e4hrend eine Niederlage gegen Maeda unendlich peinlich gewesen w\u00e4re \u2026<\/p>\n<p>Im Mai 1912 brach auf Kuba ein Aufstand los.<br \/>\nDie USA schickten das Marinecorps.<br \/>\nDas Kriegsrecht wurde ausgerufen, Tausende scharzer Kubaner wurden get\u00f6tet und das Interesse an professionellen Ringk\u00e4mpfen verbla\u00dfte zusehends.<br \/>\nMaeda entschied daher, Kuba zu verlassen und nach Mittelamerika zu reisen.<br \/>\nIn El Salvador demonstrierte Maeda sein Judo vor Pr\u00e4sident Miguel Enrique Araujo, der ihn daraufhin einlud, die salvadorianischen Streitkr\u00e4fte darin zu unterrichten.<br \/>\nEinige Monate sp\u00e4ter, am 8. Februar 1913,  erlag der Pr\u00e4sident jedoch einem Attentat, und Maeda zog weiter nach Costa Rica.<br \/>\nSehr wahrscheinlich trat Maeda in dieser Zeit weiterhin gegen andere professionelle Ringer an.<\/p>\n<p>Im Jahr 1914 erreichte Maeda dann Brasilien.<br \/>\nEr war \u2013 im Gegensatz zu anderslautenden Behauptungen \u2013 nicht der erste Judoka dort.<br \/>\nDiese Ehre geb\u00fchrt einem Mann namens Miura, der an Bord der Kasato Maru in Brasilien eintraf \u2013 also mit jenem Schiff, welches im Jahr 1908 die ersten japanischen Immigranten nach Brasilien brachte.<\/p>\n<p>Zu Maedas Ankunft in Brasilien lesen wir:<\/p>\n<blockquote><p>Carlos Bortole wrote in his summary of an interview with Rildo Heros Barbosa de Medeiros that Maeda gave his first exhibition in Brazil in Porto Alegre.<br \/>\nUnfortunately, he did not name his source.<br \/>\nIt is documented, however, that Maeda wrestled in Rio de Janeiro, Sao Paulo, Salvador, Recife, Sao Luis, Belem and finally Manaus, where he arrived in December 18, 1915.<br \/>\nIn Manaus, Maeda presented  show that featured both judo demonstrations and challenges from the crowd.<br \/>\nThis was followed on January 4 \u2013 8, 1916, by a wrestling torunament.<br \/>\nBeause he was the promoter, Maeda did not participate, and Satake Shinjiro won the chamionship.<\/p><\/blockquote>\n<p>(Bortole 1997, zitiert nach Svinth 2003, S. 67)<\/p>\n<p>Nach diesem Turnier, so wird oft behauptet, reiste Maeda nach England.<br \/>\nAllerdings l\u00e4\u00dft sich seine Einreise nicht durch die Passagierlisten des Public Records Office in London nachweisen. Es w\u00e4re also m\u00f6glich, da\u00df Maeda in Brasilien blieb.<br \/>\nWo immer er sich 1916 aufhielt, ab 1917 war er jedenfalls wieder in Brasilien.<br \/>\nEs ist \u00e4u\u00dferst wahrscheinlich, da\u00df er f\u00fcr \u201eQueirolo Brothers&#8216; American Circus\u201c arbeitete.<br \/>\n(vgl. dazu Bartole 1997)<\/p>\n<p>Sollte das stimmen, dann ist es ebenfalls sehr wahrscheinlich, da\u00df er dort in Kontakt mit der Gracie-Familie kam.<br \/>\nSo ist beispielsweise belegt, da\u00df Gastao Gracie im Jahr 1916 einen italienischen Boxer managte, der in diesem Zirkus auftrat.<br \/>\nWenn die Gracies heute behaupten, Maeda und Gastao Gracie w\u00e4ren einander als Repr\u00e4sentanten ihrer jeweiligen Regierung begegnet, dann ist das zwar sehr viel weniger plausibel, klingt aber einfach besser \u2026<br \/>\nWie auch immer, gegen Ende des Jahres 1919 begann Maeda, den Sohn Gastaos, den damals 17 Jahre alten Carlos, im Judo zu unterrichten.<\/p>\n<blockquote><p>Helio Gracie claims that Maeda taught his brother Carlos jiu-jitsu rather than judo (Nishi, 2002).<br \/>\nOf course, in those days, the two words were used interchangeably.<\/p><\/blockquote>\n<p>(Svinth 2003, S. 281)<\/p>\n<p>Schon 1925 er\u00f6ffnete Carlos in Rio seine erste eigene Schule, und dies gilt als Beginn der Entwicklung jenes Kampfsystems, das heute weltweit als Gracie Jiu Jitsu bekannt ist.<br \/>\nEinig ist man sich darin, da\u00df Maedas Unterweisungen eine Schl\u00fcsselrolle bei der Entstehung des Kampfsystems der Gracies gespielt haben.<br \/>\nStrittig bleibt allerdings, welchen Beitrag Maedas nun genau geleistet hat \u2026<\/p>\n<p>So gibt es beispielsweise keine Zweifel daran, da\u00df einer der gro\u00dfen Unterschiede zwischen Judo und dem Gracie Jiu Jitsu darin besteht, da\u00df man beim Judo mit einem klaren, sauberen Wurf den Kampf gewinnen kann, w\u00e4hrend das beim Gracie Jiu Jitsu nur durch Submission m\u00f6glich ist.<br \/>\nLetzteres spiegelt m\u00f6glicherweise den Einflu\u00df des professionellen Ringens auf das Gracie Jiu Jitsu wider \u2026<\/p>\n<blockquote><p>Carlos Gracie&#8217;s brother Helio wrestled professionally from the 1930s to the 1950s. <\/p><\/blockquote>\n<p>(Svinth, 2003, S. 68)<\/p>\n<p>Es wurde oft behauptet, da\u00df Maeda deshalb so viel Wert auf den Bodenkampf gelegt habe, als er Carlos Gracie unterrichtete, weil ihnen keine Judomatten (tatami) zur Verf\u00fcgung gestanden h\u00e4tten.<br \/>\nDaher w\u00e4re es schwierig bis unm\u00f6glich gewesen, W\u00fcrfe zu trainieren.<br \/>\nDas aber ist Unsinn, denn es gab und gibt viele M\u00f6glichkeiten, Judomatten durch andere Dinge zu ersetzen:<\/p>\n<blockquote><p>Outdoors, carpets spread over grass work just fine, and indoors, the standard in Britain and North America into the 1950s was either a horsehair-filled wrestling mat or anvas strechtched over sawdust.<\/p><\/blockquote>\n<p>(Svinth 2003, ebd.)<\/p>\n<p>M\u00f6glicherweise ging es also eher darum, die Verbindungen des Gracie Jiu Jitsu zum professionellen Ringen zu bagatellisieren \u2026<\/p>\n<p>Svinth merkt an, da\u00df es schon plausibler w\u00e4re anzunehmen, da\u00df Carlos Gracie von Maeda nur von 1920 bis gegen Ende des Jahres 1921 unterrichtet wurde:<\/p>\n<blockquote><p>As a rule, it takes 6 to 12 months to train someone to reasonable proficiency at groundwork, and 3 to 5 years to train that same person to equal proficiency at standing wrestling.<br \/>\nThus, if Maeda knew that he had only a few months to work with Gracie, then he probably would have concentrated on teaching groundwork rather than standing throws.<\/p><\/blockquote>\n<p>(Svinth 2003, S.218)<\/p>\n<p>Verschiedentlich wird auch behauptet, da\u00df Maeda durch seine lange Abwesenheit nicht mit der aktuellen Entwicklung des Judo in Japan vertraut war und daher eine Art des Judo unterrichtete, die vor dem Russisch-Japanischen Krieg gelehrt wurde.<br \/>\nVertreter dieser Theorie argumentieren, da\u00df Masahiko Kimura 1951 erkl\u00e4rt haben soll, die Techniken der Gracies erinnerten ihn an jene Art des Judo, die vor dem Russisch-Japanischen Krieg in Japan \u00fcblich war.<br \/>\n(Wang, 2002, zitiert in: Svinth 2003, S. 68)<\/p>\n<p>Leider ist diese Theorie falsch, denn jenes Judo, welches Kimura beschrieb, war das sogenannte \u201eUniversit\u00e4ts-Judo\u201c (Kosen Judo), entwickelt zwischen 1914 und 1940.<br \/>\nEs besteht kein Grund zu der Annahme, da\u00df Maeda diese Art des Judo im Jahr 1920 in Brasilien unterrichtet haben k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Der Zirkus, in dem Maeda eine Anstellung gefunden hatte, schlo\u00df im Jahr 1921.<br \/>\nMaeda reiste f\u00fcr einige Zeit nach England, kam aber bald zur\u00fcck nach Brasilien.<br \/>\nEs ist belegt, da\u00df er in Belem im Jahr 1922 Judo unterrichtete.<br \/>\nMaeda heiratete in dieser Zeit eine Europ\u00e4erin namens May Iris. Aus dieser Ehe ging eine Tochter hervor.<br \/>\nFrau und Kind starben jedoch an Malaria.<br \/>\nEinige Zeit darauf ehelichte Maeda eine Schottin.<\/p>\n<p>Ab 1925 unterst\u00fctzte Maeda sehr aktiv, wenngleich mit m\u00e4\u00dfigem Erfolg, die japanischen Einwanderer, die sich in Brasilien niederlie\u00dfen. <\/p>\n<p>1929 verlieh ihm der Kodokan den 6. Dan.<br \/>\nZeitgleich verk\u00fcndete Maeda seine Absicht, nach Japan zur\u00fcckzukehren.<br \/>\nWas auch immer seine Gr\u00fcnde gewesen sein m\u00f6gen \u2013 Maeda blieb stattdessen in Brasilien und nahm 1931 die brasilianische Staatsb\u00fcrgerschaft an.<br \/>\nIm Jahr 1940 unterbreitete ihm die japanische Regierung das Angebot, seine Heimreise nach Japan zu bezahlen, doch Maeda lehnte ab. Seine Gr\u00fcnde sind nicht bekannt.<\/p>\n<p>Mitsuyo Maeda starb am 28. November 1941 im Alter von 63 Jahren in Belem.<br \/>\nAls Todesursache wurde Nierenversagen diagnostiziert.<br \/>\nMaeda war in Brasilien zum katholischen Glauben konvertiert, und wurde auf dem Friedhof St. Isabel begraben.<\/p>\n<p>Am 27. November 1941 hatte ihm der Kodokan den 7. Dan verliehen.<br \/>\nDie Urkunde traf erst nach seinem Tod in Brasilien ein.<\/p>\n<blockquote><p>However, the Kodokan did not forget Maeda&#8217;s contributions to spreading judo to Brazil, and in May 1956, it dedicated a stone memorial to him in Hirosaki City.<br \/>\nNotables present at the dedication included Kano Risei, president of the Kodokan, and Samura Kaiichiro, tenth dan.<\/p><\/blockquote>\n<p>(Svinth 2003, S. 69) <\/p>\n<p>Helio Gracie k\u00e4mpfte von 1932 bis Mitte der 50er Jahre als professioneller Ringer in Brasilien.<br \/>\nEr lernte die ersten Techniken von seinem Bruder Carlos, perfektionierte sie und trat in K\u00e4mpfen an, die denen Maedas wohl nicht un\u00e4hnlich waren.<br \/>\nDiese K\u00e4mpfe waren nicht mit dem Theater zu vergleichen, das in Nordamerika als \u201eprofessionelles Wrestling\u201c galt. Es waren vielmehr echte Herausforderungsk\u00e4mpfe, und sie waren legal \u2026<\/p>\n<p>Helio Gracies ber\u00fchmtester Kampf war wohl der gegen Masahiko Kimura im Oktober 1951.<br \/>\nGracie widerstand Kimura 13 Minuten lang \u2026<\/p>\n<p>Helio Gracie hatte zuvor im Jahr 1950 den Japaner Kato besiegt:<\/p>\n<blockquote><p>Regardless, on September 6, 1951, Kato and Gracie met at Maracana Stadium in Rio de Janeiro, Brazil for a three round draw. Kato reportedly dominated the early goings, with Gracie taking the later stages of the fight. Kato then challenged Gracie to a rematch, which took place on September 29, 1951 (only 23 days later) at Pacaembu Gymnasium. Early on, as Kato had been able to do in their initial encounter, the Japanese fighter threw Gracie hard. He also tried a choke which Gracie had trouble with before escaping. Though Kato had passed Gracie&#8217;s guard in order to implement the choke, afterwards, Gracie gained his guard back, sunk in a front choke, and won the match when Kato went unconscious after about eight minutes had gone by in round one.<\/p><\/blockquote>\n<p>Bemerkenswert auch Helios Kampf gegen Valdemar Santana:<\/p>\n<blockquote><p>He is famous for fighting his former master H\u00e9lio Gracie in 1955, in a 3 hour 40 minute long match.[1] Valdemar had fought for the original Gracie Academy for many years, but had a falling out with H\u00e9lio. Gracie and Santana decided to settle their differences in a Vale Tudo (no holds barred) match. After nearly four hours of combat, Santana knocked out Gracie with a soccer kick to the head.<\/p>\n<p>After his fight with H\u00e9lio, Santana was challenged by Carlson Gracie, H\u00e9lio&#8217;s nephew. Carlson and Santana had, according to Carlson Gracie, six fights, with Carlson winning four, and the other two being declared a draw.<\/p><\/blockquote>\n<p>(Grant, T.P. (January 2, 2012). &#8222;MMA Origins: Carlson Gracie Changes Jiu-Jitsu and Vale Tudo&#8220;. Vox Media, Inc. Retrieved July 2, 2012.)<\/p>\n<p>Au\u00dferhalb Brasiliens nahm jedoch kaum jemand Notiz vom Kampfsystem der Familie Gracie.<br \/>\n(vgl. dazu Flores, 1960, zitiert in: Svinth, 2003, S. 69)<\/p>\n<p>Als Carlos Gracies Sohn Carlson, der 1972 in die USA ging, und Helios Sohn Rorion, der ihm 1979 dorthin folgte, damit begannen, ihre Kampfkunst zu unterrichten, geschah das eher im Verborgenen.<br \/>\nDie 70er Jahre waren eigentlich eine gute Zeit, um Gracie Jiu Jitsu nach Nordamerika zu bringen.<br \/>\nEs war die Zeit von Bruce Lee, Billy Jack und Kwai Chang Kaine \u2026<br \/>\nBedauerlicherweise war das Interesse an spektakul\u00e4ren Sprungkicks damals wesentlich gr\u00f6\u00dfer als an dem ruhigen, langsamen, geduldigen Man\u00f6vrieren im Bodenkampf, welches man als das Markenzeichen des Gracie Jiu Jitsu bezeichnen k\u00f6nnte.<\/p>\n<blockquote><p>\nNonetheless, using ploys such as challenge matches magnified and hyped in the sports entertainment media, Rorion Gracie eventually developed the UFC model.<\/p><\/blockquote>\n<p>(Svinth 2003, S. 70)<\/p>\n<p>Ich bin sicher, da\u00df Mitsuyo Maeda das sehr gefallen h\u00e4tte \u2026<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn man beginnt, BJJ zu trainieren, beginnt man fr\u00fcher oder sp\u00e4ter auch, sich f\u00fcr die Geschichte dieses Kampfsystems zu interessieren. 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