{"id":583,"date":"2013-10-29T13:23:44","date_gmt":"2013-10-29T11:23:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.judo-blog.de\/wordpress\/?p=583"},"modified":"2013-10-29T15:57:22","modified_gmt":"2013-10-29T13:57:22","slug":"kudenokuden-es-gibt-kein-geheimwissen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.judo-blog.de\/wordpress\/allgemein\/kudenokuden-es-gibt-kein-geheimwissen\/","title":{"rendered":"Kuden\/Okuden &#8211; Es gibt kein Geheimwissen"},"content":{"rendered":"<p>Oft liest man von Kuden\/Okuden in den Kampfk\u00fcnsten, von so genanntem \u201eGeheimwissen\u201c. F\u00fcr mich ist jedoch klar:<\/p>\n<p>ES GIBT KEIN GEHEIMWISSEN!<\/p>\n<p>Es gibt nur Sch\u00fcler die sich bem\u00fchen und solche die es nicht tun. Ein sich bem\u00fchender Sch\u00fcler steht dem Lehrer auf den F\u00fc\u00dfen,<!--more--><br \/>\nh\u00e4ngt an seinen Lippen und versucht so viel von seinem Wissen in sich aufzusaugen wie es geht. So jemand erf\u00e4hrt nat\u00fcrlich deutlich mehr und macht viel gr\u00f6\u00dfere Fortschritte als jemand der 2-3mal die Woche zum Training kommt, vorher quatscht und hinterher ein Bier trinken geht (siehe auch \u201e<a href=\"https:\/\/www.judo-blog.de\/wordpress\/allgemein\/ueber-die-kampfkunstfamilie\/\">die Kampfkunstfamilie<\/a>\u201c).<br \/>\nWer das Geh\u00f6rte nicht versucht f\u00fcr sich im eigenst\u00e4ndigen Training wieder neu zu erfahren, zu entdecken und umzusetzen wird nie auf eine k\u00f6rperliche Ebene kommen, die die Grundlage f\u00fcr alles Weitere ist.<br \/>\nDa f\u00e4ngt Kampfkunst jedoch erst an, das ist der \u00dcbergang zum &#8222;Ha&#8220; aus &#8222;Shu-Ha-Ri&#8220;. Ab da kann man versuchen das Geh\u00f6rte an sich zu entdecken.<br \/>\nGeh\u00f6rt hat man es schon oft vorher, evtl. auch intellektuell verstanden, aber der K\u00f6rper (und auch der Geist) m\u00fcssen diese Dinge verinnerlichen.<\/p>\n<p>Der Spruch &#8222;Ein Lehrer kann dir nur die T\u00fcr zeigen und dir den Inhalt des dahinterliegenden Zimmer beschrieben. Die T\u00fcr \u00f6ffnen, hindurchgehen und das Zimmer erkunden kannst nur du selber.&#8220; bringt es sch\u00f6n auf den Punkt. Dazu eine kleine Geschichte wie es in dem Zimmer weiter geht:<\/p>\n<p>Wenn man das Zimmer erkundet hat, entdeckt man irgendwann vielleicht die kleine T\u00fcr in der hintersten Ecke. Man \u00f6ffnet diese und geht hindurch (denn man hat ja schon verstanden, dass man die T\u00fcren selber \u00f6ffnen muss) und entdeckt auf einmal den Garten, den der Lehrer fr\u00fcher einmal erw\u00e4hnt hat. In dem Garten wiederum findet man Andere, die es hierher geschafft haben und schlendert gemeinsam mit Ihnen umher. Man erz\u00e4hlt sich von den unterschiedlichen Zimmern und T\u00fcren, die einen hierher gebracht haben und pl\u00f6tzlich entdeckt man einen kleinen Teich.<br \/>\nDer ein oder andere wird jetzt evtl. die Blumen an dem Teich wiedererkennen, denn der eigene Lehrer hatte deren Bl\u00fcte immer in seinem Sacko stecken. Dann erinnert man sich auch daran, dass der Lehrer erz\u00e4hlt hat er schwimme so gerne und das w\u00fcrde die Kampfkunst gut erg\u00e4nzen.<br \/>\nEinige springen daraufhin ins Wasser, andere haben Angst, weil sie nicht schwimmen k\u00f6nnen, \u00fcberwinden diese jedoch mit Hilfe der Schwimmer, wieder andere bleiben am Ufer zur\u00fcck.<br \/>\nDann schwimmt man gemeinsam durch den Teich und erreicht eine Insel.<br \/>\nDort, an einem kleinen Feuerchen sitzt auf einmal der eigene Lehrer und grillt gem\u00fctlich mit den Lehrern der anderen Schwimmer. Dann kann man sich dazusetzen, bekommt ein Bier und geniest das Barbecue.<\/p>\n<p>Was soll mir das Ganze jetzt sagen?<\/p>\n<p>Ein Lehrer darf sich niemals auf dem Gelernten oder Erreichten ausruhen. Wenn ich das Zimmer betreten habe geht der Weg eigentlich erst los. Viele Menschen sind jedoch schon zufrieden durch die erste T\u00fcr gegangen zu sein. Der Raum gef\u00e4llt ihnen und wenn sie Pech hatten, dann hat ihr Lehrer auch niemals den Garten erw\u00e4hnt, der irgendwo hinter dem ersten Raum liegen soll, oder sie haben ihm nicht zugeh\u00f6rt oder das Geh\u00f6rte nicht verstanden.<br \/>\nWenn man es sich einmal in dem Raum gem\u00fctlich gemacht hat, dann will man vielleicht gar nicht durch die neu entdeckte T\u00fcr gehen, zumal wenn es dahinter im Garten zun\u00e4chst nebelig und ungem\u00fctlich ist. Das eigene Training und das eigene Entdecken der Bewegungen und Prinzipien ist \u201edas sich im Zimmer umsehen\u201c. Wenn man die Prinzipien mit Leben erweckt hat und sie in den Bewegungen anwenden kann, dann hat man die T\u00fcr entdeckt. Geht man durch sie hindurch wird man die so wirklich verstandenen Prinzipien auch in anderen Kampfk\u00fcnsten entdecken.<\/p>\n<p>An dieser Stelle kommen dann die anderen Kampfkunstlehrer ins Spiel, die, die es auch in den Garten geschafft haben. Sie haben eine \u00e4hnliche Einstellung wie man selber und hatten anscheinend auch einen \u00e4hnlichen Lehrer. Man tauscht sich aus, erz\u00e4hlt sich von den unterschiedlichen Lehrmethoden und entdeckt Gemeinsamkeiten. Man tauscht sich \u00fcber die gemeinsamen Prinzipien aus, nicht \u00fcber Techniken oder Unterschiede, denn die gibt es nur oberfl\u00e4chlich in den unterschiedlichen Zimmern.<\/p>\n<p>Die Blume sind die Prinzipien die es zu entdecken gilt. Der Lehrer hat sie einem jeden Tag gezeigt, nur verstehen tut man sie erst wenn man die Blume im Garten sieht, dort wo auch die anderen Lehrer sind.<\/p>\n<p>Wenn man an dem Teich angekommen ist erinnert man sich an das, was der Lehrer \u00fcber das Schwimmen gesagt hat und das man es auch lernen sollte, da es die Kampfkunst erg\u00e4nzt.<br \/>\nViele Lehrer suchen zwar den Austausch mit anderen Kampfk\u00fcnsten sind aber oft nicht bereit sich auf etwas g\u00e4nzlich Neues einzulassen. Etwas anderes von Grund auf noch einmal neu zu lernen. Sie haben Angst wieder Anf\u00e4nger zu sein und sich wieder komplett hinterfragen zu m\u00fcssen. Wenn man jedoch mit seinem bestehenden Wissen eine v\u00f6llig andere Kampfkunst von Grund auf neu lernt, dann bekommt man auch einen neuen Zugang zu seiner alten Kampfkunst. Es ist ein Unterschied ob ich mich mit Lehrern austausche oder ob ich noch einmal neu lerne, auch wenn ich schon sehr viel Erfahrung habe.<\/p>\n<p>Wenn man den Mut aufbringt und sich auf dieses Neue einl\u00e4sst, dann wird man die Insel erreichen, wo all die anderen wirklich gro\u00dfen Lehrer sind und wo einen der eigene Lehrer \u00fcber sein gelebtes Vorbild hingebracht hat.<br \/>\nEs sind jedoch eben oft die Kleinigkeiten die den Unterschied machen und die man nur bemerkt wenn man sich wirklich intensiv mit der Sache auseinander setzt. Man muss die Blume am Revers bemerken, sich an die Worte \u00fcber das Schwimmen erinnern und den Mut haben diesen Worten eigene Taten folgen zu lassen. Wer jedoch die Kleinigkeiten schon nicht bemerkt, der wird nie auf der Insel ankommen.<\/p>\n<p>Ein solcher Weg beinhaltet jedoch auch die Notwendigkeit die richtigen Menschen zum richtigen Zeitpunkt an seiner Seite zu haben. Ich brauche einen Lehrer der in der Lage ist mir von dem Garten zu erz\u00e4hlen, der mir die Prinzipien zeigt. Ich brauche andere Lehrer mit denen ich mich \u00fcber die Prinzipien austauschen kann und ich brauche einen Lehrer, der mich im Garten der Prinzipien weiter ausbildet und der mir den Teich zeigt.<\/p>\n<p>Sind die Prinzipien und Bewegungen zun\u00e4chst auf der k\u00f6rperlichen Ebene wichtig, so<br \/>\nsteht der Teich f\u00fcr unseren Geist. Dort werden die Prinzipien geboren, dort muss ich weiter forschen. Ein ruhiger Teich ist gut um darin zu schwimmen, aber er ist nicht das Schwimmen selber. Es gilt die Grundlage der Prinzipien in unserem Geist zu finden und zu lernen damit umzugehen. Ein ruhiger Geist ist dabei hilfreich, denn gerade am Anfang kann er das Schwimmen erleichtern. Wenn ich einmal schwimmen kann, dann kann ich mich in diesem Teich frei bewegen und die Insel erreichen.<\/p>\n<p>Es gibt nur wenige Lehrer die uns von dem Garten erz\u00e4hlen k\u00f6nnen, noch weniger die uns den Teich zeigen und nur die wenigsten k\u00f6nnen uns lehren zu schwimmen, aber diese sind es, die man suchen muss.<\/p>\n<p>\u201eKuden\u201c und \u201eOkuden\u201c sind nat\u00fcrlicher Teil dieser Reise, man muss sie nur h\u00f6ren, erleben und verstehen. Ein Lehrer der jedoch niemals selber das erste Zimmer verlassen hat wird nichts von den Blumen im Garten erz\u00e4hlen k\u00f6nnen oder gar von den unglaublichen Vorteilen die das \u201eSchwimmen im Teich\u201c bietet. Er wird einfach nicht wissen k\u00f6nnen wie das Barbecue schmeckt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Oft liest man von Kuden\/Okuden in den Kampfk\u00fcnsten, von so genanntem \u201eGeheimwissen\u201c. F\u00fcr mich ist jedoch klar: ES GIBT KEIN GEHEIMWISSEN! 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